Heute vor?97 Jahren wurde die Filmzensur eingeführt.

Die Zensur sollte die
Gesellschaft vor den negativen Auswirkungen des neuen Mediums bewahren. Zeitgenossen
befürchteten durch übermäßigen Filmkonsum könne es zu Realitätsverlust, Flucht
in Illusionswelten und zur
Vernachlässigung der eigenen politischen Interessen kommen. Die Zensur
sollte diesen Phänomenen Einhalt gebieten.

Im Laufe der Zeit kam es in
den USA zu zahlreichen Modifizierungen der Zensur. 1930 beschloss die
Filmbranche mit dem Hays Code eine Art Selbstzensur um einer
bundesweiten, gesetzlichen Regelung zuvorzukommen. 1968 wurde dieser
Produktionscode durch ein  Altersfreigabesystem, ähnlich der FSK in
Deutschland, ersetzt.

Ging es westlichen,
liberalen Gesellschaften im wesentlichen um die Begrenzung, der als
gesellschaftlichem Verfall wahrgenommenen Veränderungen, nutzten viele
Diktaturen und autokratische Systeme die Zensur zur Sicherung ihrer Herrschaft.

Ob im „Dritten Reich“ oder
im Machtbereich des Kommunismus, überall gab es Zensur. Keine Zeitung, kein
Buch oder Film konnte ohne Zustimmung der staatlichen Zensurbehörden
veröffentlicht werden.

Heute erschwert das Internet
staatlichen Stellen zunehmend die Kontrolle der Medien, obwohl sie es weiterhin
versuchen, wie das aktuelle Beispiel China zeigt. Durch die weltweite,
dauerhafte und nahezu uneingeschränkte Verfügbarkeit von Informationen wird in
Zukunft eine Zensur kaum noch möglich sein. Es sei denn, auf Kosten einer
Isolierung innerhalb der weltweiten Informationsgesellschaft.

Dennoch scheinen die
Bedenken der ersten Zensoren aus New York auch heute noch nicht passe zu sein.
Das Fernsehen bildet für viele Menschen heute den wichtigsten Kontakt zur realen
Welt, ganz zu schweigen von der Parallelwelt des Internets. Der Staat sollte es
jedoch jedem Einzelnen überlassen, seinen Kontakt zur Welt individuell zu regeln.

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