Heute vor?42 Jahren fand die erste Welthandelskonferenz statt.

Überraschend und zugleich
bezeichnend war der Anlass der Konferenz. Die damalige SU hatte die Anregung
zum Gipfel gegeben. In den Hochzeiten des Ost West Konfliktes ging es auch und
gerade um die moralische Vorherrschaft, weltweit. Zahlreiche ehemalige
Kolonien, zumeist Drittweltländer, standen kurz davor das sozialistische Modell
zu übernehmen. Der Westen konnte dem nicht tatenlos zusehen. Wohl auch deshalb
traf man sich 1964 auf neutralem Boden im schweizerischen Genf. 1500 Delegierte
aus 119 Nationen waren anwesend.
 
Die Verhandlungen kreisten
im Wesentlichen um Rohstoffe. Die Entwicklungsländer, Exporteure einer Vielzahl
von Rohstoffen, waren über ständig fallende Preise besorgt. Sie verlangten
feste Rohstoffpreise und einen besseren Zugang zu den Märkten der
Industrienationen.
 
Dem standen die
Industrieländer des Nordens natürlich skeptisch gegenüber. Weder wollten sie
billige Konkurrenz für einheimische Produkte zulassen, noch hatten sie ein
Interesse an höheren Rohstoffpreisen.
 
Die Konferenz ging dann auch
aus wie das Hornberger Schießen. Die Rohstoffpreise wurden weiterhin auf dem
Weltmarkt gebildet und wesentliche Erleichterungen für die Entwicklungsländer
wurden nicht gewährt. Natürlich wurde auch beschlossen, den Welthandel
zukünftig gerechter zugestalten – warme Worte die nichts kosten.
 
Das einzig greifbare
Ergebnis blieben die von nun an regelmäßigen Zusammenkünfte und die Gründung
der UNCTAD, des Handels- und
Entwicklungsrates der UNO.
 
Die UNCTAD ist seitdem ein
Forum, auf dem die von der Globalisierung hervorgerufenen Ängste und Sorgen
artikuliert werden. Zu mehr hat man es binnen 40 Jahren nicht gebracht.

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