Grundeinkommen bezahlbar!

Endlich hat es mal jemand ausgerechnet – und sogar die Bildzeitung ist begeistert. Mit einem anfänglichen Grundeinkommen von 600 Euro pro Person kann der Staat zur Zeit 46 Milliarden Euro sparen. Dies war das Ergebnis einer Pressekonferenz, die das Hamburger Welt Wirtschafts Institut (HWWI) gestern in Berlin abhielt. Mit einer ausführlichen Presseinformation stellte Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Direktor des HWWI, seine neue Studie vor, die sich alle Interessenten im Internet herunter laden können. Das Prinzip ist einfach: Jeder erhält 600 Euro – d.h. eine vierköpfige Familie erhält 2.400 Euro. Jeder zusätzliche Verdienst wird versteuert, vom Grundeinkommen selbst sind nach Vorschlag des HWWI je 200 Euro für Kranken- und Pflegekasse zu bezahlen. Das Grundeinkommen soll auf Dauer steigen. Als ersten Schritt schlägt Straubhaar vor, alle Sozialleistungen (Arbeitslosengeld II, Bafög, Wohngeld etc. ) durch das Bürgergeld zu ersetzen.

Parallel zur Pressekonferenz des HWWI verteilte einer der prominentesten Befürworter des Grundeinkommens, der Unternehmer Götz Werner, sein neues Buch mit persönlicher Widmung an die Bundestagsabgeordneten. Stellvertretend für ihre Kollegen nahmen Daniel Bahr, Rainer Brüderle, Hans Christian Ströbele und Lukas Beckmann das Buch in Empfang. In seinem bei Kiepenheuer und Witsch erschienenen Buch (”Einkommen für alle”) fordert Götz W. Werner ein bedingungsloses Grundeinkommen, um die “entwürdigende Praxis von Hartz IV” zu beenden. Wie auch bei anderen Gelegenheiten betonte dm-Gründer Werner: „Einkommen ist ein Bürgerrecht, Vollbeschäftigung eine Illusion. Also müssen wir Arbeit und Einkommen trennen.”

7 Meinungen

  1. An diesem „Himmel“ auf Erden sind schon Marx und Engels gescheitert.Es gibt sie,die Ungerechtigkeit auf Erden.Mit der Geburt fängt sie an:Ich wurde als Mädchen geboren,das in einer von Männer geprägten moslemischen Kultur,ein KISMET darstellt,das für mich undenkbar wäre….Glück gehabt!!!Ich wurde in Westdeutschland zur Welt gebracht und meine Gene erlaubten es mir,das Abitur zu machen,um anschließend studieren zu können.Mein Dad hat einen gut bezahlten Job, und meine Mum hat sich die ersten drei 3/4 Jahre ausschließlich um mich gekümmert.Wir besitzen ein Eigenheim am schönsten Ort der Welt!!!Mindestlöhne,denkt meine Oma,helfen dem Staat Steuern zu sparen,denn wenn der Lohn nicht zum Existenzminimum reicht,dann gibt es Wohngeld vom Bund, und noch andere staatliche Vergünstigungen in Form von finanziellen Zuschüssen aus dem Hartz IV Fond.Wenn eine Frisöse sich für 3,50 Euro sich den ganzen Tag die Beine in Bauch stehen muss,damit ihre Chefin ihr Projekt der ICH AG gebacken bekommt,finde ich das ungerecht.Sie täte besser daran bei der Konkurrenz zu arbeiten,die mit VIVALDI-Dumping-Preisen die Kundschaft anzieht.Doch momentan gleicht noch Hartz IV ihren Geldmangel aus,der natürlich weg fällt,wenn sie mehr verdienen würde,so sieht das meine Oma.Das eigentliche Problem ist,findet mein Opa,die Regierung müsste für steuerlich finanzierte zusätzliche Arbeitsplätze für Arbeitnehmer aller Altersklassen sorgen.Doch dafür reichen die Mittel nicht,weil das Finanzloch so groß würde,dass anderer Stelle neue Löcher gestopft werden müssten.Ich weiß gar nicht,was diese Debatte soll,fällt mir ein.Verdiene ich in der BRD zu wenig,gibt die Regierung soviel dazu,dass ich als allein erziehende Mutter über die Runden komme.Luxus ausgeschlossen….

  2. Sogar die BILD-Zeitung ist „begeistert“. Ein gewichtiger Grund, gesunde Skepsis zu bewahren.

  3. @Katy: Hallo Katy, ja es gibt diese Unterschiede. Die entscheidende Frage ist, ob sie sich wirklich so zementieren müssen, wie das im Moment in Deutschland der Fall ist. Wenn wir hier nicht anpacken, verzichten wir auf rund 30 Prozent der Bevölkerung, die dann auf Dauer – und mit ihren Kindern – gesellschaftlich kaum integriert sind und mit staatlicher Sozialvormundschaft leben. Würdelos – finde ich.@ Textspeier: ja, das finde ich auch! Fand es nur heute ziemlich bemerkenswert wie breit diese „Koalition“ manchmal ist 😉

  4. Diese sog. „KOALITION“ ist sich nicht einig darüber,wer diesen nicht „sittenwidrigen“ Mindestlohn finanzieren soll.Die Arbeitgeber sträuben sich mit Händen und Füßen, ihre GEWINNE weit gestreut nach unten weiter zu geben.Siehe dazu die neuste Schmiergeld-Affaire bei dem Großkonzern SIEMENS…Man darf gespannt sein wie hoch die Summe ist,mit der sich dieser Großverdiener frei kauft.Menschen mit Mut und Charakter sind den Mächtigen stets ein Dorn im Auge.

  5. Bis zum 10.02.09 kann jeder noch für das bedingungslose Grundeinkommen petieren:
    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;petition=1422;sa=sign

  6. Toller Beitrag. Die Idee des Grundeinkommens ist DIE Lösung für unserer Wirtschaftskrise.

  7. Ich möchte hier nochmal darauf aufmerksam machen, das das Bedingungslose Grundeinkommen sicherlich, wie von meiner Vorrednerin angesprochen, die Frauen in der BRD unabhängiger macht.
    Dieser Effekt wird bei Entwicklungsländern aber viel stärker und wichtiger sein. Da dort die Frauen noch viel stärker benachteiligt werden. In Namibia gibt es ein Projekt zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen, was das eindrucksvoll gezeigt hat.

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