Gesine Schwan laut Umfrage weit hinter Köhler

Gewählt wird der Bundespräsident zwar von der Bundesversammlung, doch trotzdem wurde eine Umfrage in Auftrag gegeben, die ermitteln sollte, wie viele Wähler für wen stimmen würden, gäbe es denn eine Direktwahl für dieses Amt. Dieser Umfrage nach, währe Gesine Schwan weit abgeschlagen hinter Horst Köhler: Siebzig Prozent würden für ihn stimmen, lediglich zehn Prozent für die Kandidatin der SPD.

Ausschlaggebend für dieses Ergebnis sei die gute Arbeit Köhlers in den letzten fünf Jahren gewesen. Doch stellt sich, wie immer in der Politik, die Frage, ob hinter einer solchen Entscheidung nicht auch immer eine Angst vor Neuem steckt, im Gegensatz zum Gutheißen des Altbekannten und inwiefern das Amt des Bundespräsidenten tatsächlich wahrgenommen wird.

Gesine Schwan benötigt Stimmen auch aus anderen Fraktionen

Peter Struck, SPD-Fraktionsvorsitzender, sicherte Gesine Schwan zu, alle 222 Stimmen der SPD zu bekommen, und rechnet ihr somit eine echte Chance aus. Doch selbst wenn sie die verfügbaren 514 Stimmen der SPD zusammen mit den Grünen bekommen sollte, so müssen dennoch etliche Stimmen aus anderen Lagern hinzukommen, um ihr das erhoffte Amt zu verschaffen.

Gemutmaßt wird ein Rückzug des Präsidentschaftskandidaten der Linken, Peter Sodann, im zweiten und dritten Wahlgang. Somit wären die Stimmen der Linken für Gesine Schwan frei – ein extrem großer Dorn im Auge von CDU/CSU und FDP.

Frank-Walter Steinmeier hält trotz eigener Kandidatur zu Schwan

Auch Bundesaußenminister und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier steht hinter der Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, wie er auf einem Parteitag in Potsdam betonte. Auf genauere Aussagen bezüglich der Stimmen, die nicht von der SPD kommen, lässt sich Frank-Walter Steinmeier wenig ein, denn er dürfte mit seiner eigenen Kandidatur zum Amt des Bundeskanzlers und den Gesprächen um mögliche Koalitionspartner momentan genug beschäftigt sein.

Die Bundesversammlung, die nur dazu da ist, um den Bundespräsidenten zu wählen, setzt sich zusammen aus den Mitgliedern des Bundestages und noch einmal genauso vielen von den Volksvertretern der Länder gewählten Mitgliedern. Die nun durchgeführte Umfrage ergab ferner, dass immerhin 72 Prozent der befragten Wähler eine Direktwahl des Bundespräsidenten, der in Deutschland ja größtenteils repräsentativ tätig ist, begrüßen würden.

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