Gerhard Schröder tanzt auf jeder Hochzeit ? und das ist sein Problem

Diesmal zieht es ihn wieder
zu seinem alten Kumpel, dem „lupenreinen Demokraten“ Wladimir Putin. Schröder soll ihm angeboten haben, beim Aufbau einer Firma zu helfen, die in Deutschland PR für
die, bestenfalls „gelenkte Demokratie“, des Kremelherrschers machen soll. Mit
von der Partie soll auch der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU)
sein (als Feigenblatt?).
 
Was treibt den ehemaligen
Obergenossen nur? Verständlich ist ja noch, dass Schröder versucht, aus seinem
ehemaligen Job als Regierungschef Kapital zu schlagen. Warum auch nicht? So gut
wird man als Bundeskanzler nun auch wieder nicht bezahlt, als dass man sich
danach zur Ruhe setzten könnte. Aber was er macht, ist schon merkwürdig.
Zumindest wenn Russland irgendwie mit im Spiel ist.
 
Sein Job beim Rignier Verlag
steht deshalb auch außerhalb jeder Kritik. Ebenso sein Job als Gastredner.
Schröder ließ sich von der amerikanischen Agentur Harry Walker als Vortragsredner
in die Pflicht nehmen. Seither spricht er in
Neu-Dehli, Wien und auch schon mal in Saudi Arabien. Daran ist nichts
Anstößiges zu finden. Warum soll man auch nicht, für eine kleine Rede
hier und
da, mal locker ein paar tausend Euro einstreichen? Außerdem befindet
sich
Schröder in guter Gesellschaft, Bill Clinton, Jimmy Carter oder Ehud
Barak kann
man ebenso buchen wie den Altkanzler. 

 
Aber was der gute Gerd da in
und mit Russland treibt verwundert denn doch. 

 
Erst das Engagement bei
NEGP. Okay, als Aufsichtsratschef hat er da wahrscheinlich nicht viel zu sagen
und soll wohl nur für Gutwetter auf politischer Ebene sorgen. Anrüchig ist es
trotzdem – wäre es sein einziges derartiges Engagement, aber wohl halb so
schlimm.
 
Jetzt aber auch noch sein
Engagement für eine PR Agentur, die Russlands Image in Deutschland aufbessern
soll. Damit schließt sich der Kreis. Das Russland ein schlechtes Image hat,
steht außer Frage. Die Gründe liegen allerdings nicht in einer verzerrten
Wahrnehmung sondern in Russland selbst. Die Politik, die Putin betreibt, hat
mit Demokratie nur noch in Ansätzen etwas gemein. Und das es wirtschaftlich
nicht aufwärts geht, liegt zum großen Teil auch an korrupten Strukturen im Land
selbst. Hätte Schröder sich also entschlossen, in Russland als Berater zu
agieren, hätte durchaus etwas Sinnvolles dabei herauskommen können.
 
Aber hier in Deutschland,
für
ein Russland Reklame machen, dass immer offener in die Autokratie
treibt, das weder politische noch wirtschaftliche Freiheitsrechte
garantieren kann (oder will) und das die Pressefreiheit faktisch
abgeschafft hat?

 
 
Das ist, bei aller
Freundschaft, der definitiv falsche Weg! Stattdessen sollte Schröder seinem
Kumpel Putin lieber erklären wie wichtig Demokratie, Freiheitsrechte und die
Zivilgesellschaft sind.
 
Also lieber Gerd, nicht
einfach alles annehmen was einem angeboten wird. Manchmal lohnt es sich, über
das was man tut, ein wenig nachzudenken. Gerade wenn man selbst die Ideen dazu
hat.
 
Eine schöne Story dazu gibt’s auch beim SPIEGEL (allerdings kostenpflichtig).

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*