Freiwillig in der Hölle arbeiten: die Reality Show. Hell’s kitchen.

Die Bewerber werden mit einem grossen Preis angelockt. Im Falle von Hell’s Kitchen winkt der Job eines Restaurantchefs  im neueröffneten Restaurant in L. A.

Der Wettkampfgeist wird angestachelt. Chef Ramsay kreiert zwei Gruppen. Das blaue Team, bestehend aus Männern, arbeitet gegen das weibliche rote Team. Teamgeist flammt auf und wirkt als Spannungselemet. Frauen gegen Männer. Die alten Stereotypen werden aus dem Keller geholt. Die Kandidaten geben Weisheiten wie „Nachtisch ist was weibliches. Das sollen die Frauen machen. Ein Hühnchen zerlegen? Kein Problem, schlachten ist Männersache" zu Protokoll.

Es wird noch schlimmer. Chefkoch Ramsay nimmt kein Blatt vor den Mund. Er flucht so oft, dass man als Zuschauer nur noch jedes zweite Wort mitkriegt (im amerikanischen Fernsehen werden Wörter wie f… ausgeblendet, das heißt wir hören an dieser Stelle nur einen hohen Piepton. Das hört sich dann in etwa so an: „What the piep were you thinking? ").

Sehen wir uns gern Gemeinheiten an? Freut es uns, wenn andere leiden müssen? Der Chef schmeisst zum Beipiel alle Kandidaten früh aus dem Bett und brüllt sie an: ihr wisst nicht, was die einzelnen Zutaten kosten! Seht selbst, was Ihr alles in den Müll geworfen habt! Und die beiden Teams müssen tatsächlich durch den Müll waten und ihn sortieren. Ekelfaktor garantiert.

Kurz bevor ich umschalten will, wird was Positives gezeigt, auch dabei handelt es sich nicht um Freude für alle sondern um Schadenfreude auf der Seite des einen Teams, welches ein Essen in einem noblem Restaurant oder einen Besuch im Freizeitpark gewonnen hat. So hält sich Ramsay seine Leute bei der Stange. Das zu Hause (in der Küche) gebliebene Team muss derweil die Zutaten für den Abend zubereiten.

Flüche, gemeine Aufgaben und Strafen für die Verlierer, was bietet Hell’s kitchen sonst noch?? Warum bescheren wir einem Fiesling gute Einschaltquoten?

Regelmässig fangen Kandidaten unter dem Druck an zusammenzubrechen. Entweder schreien sich die Teamkollegen dann an oder bauen sich gegenseitig auf. Es sieht so aus, als könnten nur die Frauen wirklich zusammenarbeiten, obwohl sie so oft streitend gefilmt werden, dass man es ihnen eigentlich nicht mehr zutraut. Doch sie haben schon zweimal die Aufgabe des Tages richtig erfüllt, also scheinen die Arbeitsverteilung und die Machtverhältnisse zu funktionieren.

Am schlimmsten ist Ramsays Forderung am Ende des Tages, jemanden zu nominieren, der die Show verlassen muss. Dafür müssen auch Gründe angegeben werden – und hier tun sich im wahrsten Sinne des Wortes menschliche Abgründe auf …

Kochen lernt man wahrscheinlich nicht beim Anschauen dieser Show. Dafür ein paar mehr Lektionen zum Zusammenleben und – arbeiten von Menschen, die extrem ehrgeizig sind und sich in Ausnahmesituationen beweisen müssen.

Keine Meinungen

  1. Ohwei da möchte ich nicht tauschen. Aber über sowas muss man einfach reden und versuchen etwas dagegen zu tun. Sonst wird es am ende ja nur schlimmer als besser.

  2. Oh. Da fällt mir auf dass ich auch immer verkrampfe. Das hab ich meiner Frauenärztin schon gesagt und die meinte ich soll mich entspannen mit Massagen oder ähnlichem. Das bringt aber nix. Da werd ich wohl noch ein Gespräch mit meiner ärztin führen müssen.

  3. Gute Erfolge versprechen eine Kombination von Verhaltenstherapie und Biofeedback.

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