Frankreich als Vorbild

Auf tagesschau.de fragte Fiete Stegers, ob auch die
diesjährigen Studentenproteste erfolglos im Sand verlaufen, ähnlich derer von
1997 und 2003, oder ob die Studenten etwas von den erfolgreichen
Demonstrationen in Frankreich lernen konnten. Er führt in seinem Artikel
folgende Überlegungen an:
 
Im Gegensatz zu früheren Studentenprotesten gebe es diesmal
ein klares „Feindbild“: die Einführung allgemeiner Studiengebühren – und dies
bereits in vielen Bundesländern ab dem kommenden Wintersemester.
Auch handele es sich diesmal um mehrere hundert Euro pro
Semester, von denen alle Studenten betroffen seien. Die Masse an Protesten
würde zwar erst im Herbst starten, wie Studentenvertreter berichten, es gebe
aber ein Vorbild: Frankreich. Dort musste die Regierung im Frühjahr diesen
Jahres eine Arbeitsrechtsreform zurücknehmen. Von den Franzosen schauten sich
die deutschen Studenten z.B. die Blockierung von Straßen, Autobahnen etc. ab,
so könne Druck auf die Politik ausgeübt werden.
 
Allerdings gebe es auch Unterschiede zu Deutschland, wie der
Politikwissenschaftler Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin gegenüber
der Nachrichtenseite erklärt. In Frankreich habe es einen eindeutigen
Adressaten gegeben, in Deutschland handelt jedes Bundesland anders, so dass es
schwierig sei, die Proteste zu koordinieren. Außerdem sei die Verbindung von
Hochschulen und Gewerkschaften in Frankreich enger.
Als problematisch könnte zudem die geringe Zahl an
Teilnehmern bei den Protesten angesehen werden. Was seien schon 30.000 oder
40.000 studierende Demonstranten bei insgesamt über zwei Millionen Studenten in
Deutschland. Rucht spricht von einer schweigenden Mehrheit – pro Studiengebühren
oder denen es egal ist.
Und es kommen jetzt bald die Semesterferien, die in der
Vergangenheit schon so manche Ambitionen zum Einschlafen gebracht hätten.
 
Foto: ethiemo bei Flickr

Nachtrag: Ich bin gespannt, wie’s weiter geht…

Keine Meinungen

  1. Frankreich Urlaub

    Wie man jetzt sehen kann, haben sie es nicht geschafft. Denke, dass es daran liegt, dass Demonstrationen radikaler und emotionaler geführt werden und einfach nicht soviele Krawalltouristen wie in Deutschland dabei sind.

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