Fotoblogs vorgestellt: Fotostoria

Zu den Fotoblogs zählen für uns nicht nur die, in denen ausschließlich Fotos gepostet werden, sondern auch solche, die sich mit dem Thema Fotografie redaktionell beschäftigen. So sind wir auf Fotostoria aufmerksam geworden und fanden die Mischung der Postings sehr ansprechend. Am Besten ist es, die BloggerInnen selbst zu Wort kommen zu lassen, weswegen wir die Autorin via Mail zu einem “Bloginterview” gebeten haben (die Fragen werden gleichbleibend sein, um zukünftig eine Vergleichbarkeit der ausgewählten Blogs zu ermöglichen), wofür sie sich erfreulicherweise etwas Zeit genommen hat (Danke!).

Genug der Vorrede, hier nun das lesenswerte “Bloginterview” mit Ruth Goebel von Fotostoria:

Fotoblog (Dirk Schneider):
1. Seit wann bloggst Du und was war der Grund ein (Foto)blog zu starten?
Ruth Goebel:
Ich blogge seit November 2004, mit regelmäßigen Postings seit März 2005. Ich wollte ursprünglich eine Seite zum Thema Fotoarchiverung machen, weil ich in diesem Bereich selbständig tätig bin. Mein Partner musste einiges an Überzeugungsarbeit leisten, um mich von dem Gedanken einer mehr oder weniger statischen Fachseite abzubringen. Bloggen ist sehr viel flexibler und auch aktueller.

FB: 2. Welchen Anspruch oder was für ein Ziel verfolgst Du mit Deinem (Foto)blog?
RG: Die Fotostoria ist zunächst ein Fachblog für Fotogeschichte und Fotoarchvierung. Da bestand eine gewisse Marktlücke. Das Blog sitzt zwar gewissermaßen zwischen den Stühlen, weil es sich weder ausschließlich an aktive Fotografen richtet, noch an rein fotohistorisch Interessierte. Es gibt aber tatsächlich eine große Zahl Fotoarchive (als Teil von Bibliotheken, Stadtarchiven oder auch zu wissenschaftlichen Dokumentation) zu denen Fachleute gehören, die diese Sammlungen betreuen, häufig aber auch Fotografen, die für dokumentarisch ausgerichtete Sammlung laufend Fotokampagnen machen. Deshalb diese Mischung aus Foto- und Bildtechnik, Fotogeschichte und Archivierung.
Darüber hinaus sollte immer auch etwas Unterhaltung und Kurzweil sein. Deshalb poste ich gern Verweise auf interessante Zeitungsartikel oder auch kuriose Bildfunde im Web. Für das fotografisch und historisch interessierte Publikum bietet das Blog eine Reihe von Hinweisen auf recherchierbare Bildsammlungen im Web.

FB: 3. Wie sollte Deiner Meinung nach ein gutes Fotoblog gestaltet sein?
RG: Schwer zu sagen, weil ich nur ausnahmsweise Bilder blogge. Bei vielen Photoblogs vermisse ich etwas den inhaltlichen Zugang zu den Bildern. D.h. gut wären Keywords oder auch eine ganz triviale Bildbeschreibung, damit man nach Bildern SUCHEN kann. Macht ja auch Flickr nicht anders. Fotografen tun sich halt immer etwas schwer mit dem Schreiben von Texten. 😀 Tatsächlich interessieren sich Suchmaschinen aber mehr für Texte als für Bilder.

FB: 4. Was bedeutet Fotografie für Dich?
RG: Fotografie war für mich lange Zeit ausschließlich ein Mittel der Dokumentation, vor allem in der Kunstgeschichte. Erst nachdem ich schon länger für Bildarchive gearbeitet hatte, bin ich auf die Fotogeschichte und auf die ästhetische Qualität der Fotografie gestoßen. Im Prinzip kann man in jedes beliebige Fotoarchiv gehen und wenn man nur lange genug gegraben hat, hat man das Material für eine Ausstellung zusammen.

FB: 5. Welche Themen und/oder Fotomotive postest Du in Deinem Blog und warum?
RG: s.o.

FB: 6. Hast Du LieblingsfotografInnen und/oder Vorbilder?
RG: Ich habe mich aus irgend einem Grund oder Zufall immer besonders für die Fotografie der 1930er und 1940er Jahre interessiert.

FB: 7. Welche (Foto-)Blogs liest Du regelmäßig, bzw. kannst Du empfehlen?
RG: Archivalia, Stock Photo Talk, Lhivic Blog, Photoblogs. Daneben beziehe ich auch viele Informationen über Fachmaillisten.

FB: 8. Joker: Keine Frage, sondern die Möglichkeit für Dich noch ein Statement zur Fotografie, zum Bloggen oder was auch immer abzugeben 😉
RG: Webstatistiken machen definitiv süchtig. Wenn man via Statistik einen guten Feedback hat oder auch mal per Mail eine Aufmunterung bekommt, spornt das zu mehr Postings an.

Link: www.fotostoria.de

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