FC Schalke 04 gegen Werder Bremen: Das Topspiel vor der Winterpause

FC Schalke 04 gegen Werder Bremen – dieses Duell ist seit über einem Jahrzehnt eine Partie mit Topspiel-Charakter. Beide Vereine waren verwickelt in zahlreiche Meisterschaftskämpfe und waren daher auch untereinander oft herbe Konkurrenten.

FC Schalke 04 gegen Werder Bremen: Ein Rückblick

Direkt um den Titel ging es zwischen beiden Teams insbesondere 2007. In jenem Jahr hatte der FC Bayern ausnahmsweise eine Auszeit im Rennen um die Schale genommen und es entwickelte sich ein Dreikampf, in den auch der VfB Stuttgart involviert war. Schalke verschaffte sich vor Werder unter anderem durch die beiden 2:0-Siege in Hin- und Rückrunde einen knappen aber entscheidenden Vorsprung, den die Bremer spätestens durch einen Patzer gegen Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag nicht mehr aufholen konnten. Der FC Schalke leistete sich gleichzeitig jedoch eine legendäre Niederlage beim Rivalen Borussia Dortmund, wodurch er schließlich mal wieder nur Vizemeister hinter den Stuttgartern wurde. Immerhin konnten die Königsblauen in der darauf folgenden Champions-League-Saison bis ins Viertelfinale vordringen, wo es dem übermächtigen Fc Barcelona unterlegen war, während Werder bereits in der Vorrunde an Real Madrid und Olympiakos Piräus scheiterte.

Eine gewisse Abneigung zwischen den Fans von Schalke und Werder entwickelte sich auch durch den unterschiedlichen Umgang mit den Vereinsfinanzen. Der Ruhrpottklub ist seit Jahren bekannt dafür, Geld eher leichtfertig für das Prunkstadion und teure Transfers auszugeben und mit den hohen angesammelten Schulden nur deshalb klar zu kommen, weil der russische Energiekonzern Gazprom seit Anfang 2007 regelmäßig hohe Summen in den Verein pumpt. Werder Bremen ist dagegen der langjährig seriös arbeitende Klub, der keinen Euro zuviel ausgibt, aus geringen Ressourcen meist hohe Erträge und guten sportlichen Erfolg erarbeitet und dadurch auch mal Schlüsselspieler für gutes Geld ziehen lässt, um sich parallel nach neuen viel versprechenden Talenten umzusehen.

Typisch für dieses unterschiedliche Geschäftsgebahren waren die Transfers von Abwehrchef Mladen Krstajic und Torschützenkönig Ailton unmittelbar nach Werders Meistertitel 2004 zum FC Schalke. Mit diesen beiden Stars wurden die Knappen zwar nicht dauerhaft glücklich, schafften es aber, im Folgejahr in der Tabelle an Werder vorbeizuziehen, um einmal mehr Vizemeister zu werden (Werder wurde Dritter). Den Bremer Fans stieß die Schalker Transferpolitik auf Pump natürlich trotzdem arg auf und sie schäumten noch mehr vor Wut als sie gegen 04 in einem dramatischen DFB-Pokalhalbfinale nach Elfmeterschießen ausschieden. Werder revanchierte sich allerdings einige Jahre später, als es Mesut Özil an die Weser lotste, der in seiner Heimat Schalke nicht richtig zum Zug kam. In Bremen blühte er auf, führte die Mannschaft zu neuen Höhenflügen, wurde einer der bedeutendsten Spieler des Landes und war mitentscheidend an der so erfolgreichen WM 2010 für Deutschland.

Die aktuelle Situation vor dem Topspiel FC Schalke 04 gegen Werder Bremen

In der vergangenen Saison erlebten sowohl Königsblau als auch Grün-Weiß einen jähen Absturz. Zeitweise mussten beide Teams gar gegen den Abstieg kämpfen. Bremen lief am Ende auf Rang 13 ein, Schalke wurde nur 14. Allerdings hatten die Knappen immerhin in den Pokalwettbewerben nicht wenig Erfolg. Den DFB-Pokal gewannen sie am Ende durch einen 1:0-Triumph bei Bayern München und ein anschließendes 5:0 im Endspiel gegen Duisburg. Und auch in der Champions League durfte man jubeln, weil ein phantastisches 5:2 bei Titelverteidiger Inter Mailand den Einzug ins Halbfinale garantierte, wo gegen Manchester United Schluss war. Werder schied dagegen in beiden Wettbewerben sang- und klanglos aus. Sogar der Stuhl vom langjährigen Erfolgstrainer Thomas Schaaf wackelte bedenklich.

In dieser Saison sieht alles anders aus. Der SV Werder hat sich – mit Schaaf – wieder eine Spitzenpoistion in der Liga erkämpft und spielt vor allem zu Hause wieder höchst ansehnlichen Fußball. Mankos sind allerdings, dass man bislang fast nur gegen die Mannschaften der unteren Tabellenhälfte punkten konnte und der Erfolg der Mannschaft zu sehr an der Person Claudio Pizarro hängt, welcher an guten Tagen die Mannschaft fast im Alleinigang zu Siegen führt. Nichtsdestotrotz hat man in Bremen auch die Abwehrprobleme der vergangenen Jahre besser in den Griff bekommen. Der aktuell fünfte Platz bringt dem SV Werder ein gehöriges Polster auf Platz 7, welcher nicht mehr zum Erreichen der internationalen Wettbewerbe gereicht. Zudem darf man aber mit Recht nach oben schielen, denn Platz 2 ist nur zwei Punkte, die Tabellenführung nur 5 Zähler entfernt.

Der FC Schalke 04 darf ebenfalls auf eine bisher gute Saison zurückblicken – und hat dennoch eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Einem mäßigen Ligastart und dem Fast-Ausscheiden gegen Finnlands Meister HJK Helsinki in der Europa-League-Qualifikation folgte eine ordentliche Aufholjagd und der Weg ins scheinbar ruhige Fahrwasser der oberen Tabellenhälfte. Doch dann erschütterte der psychisch bedingte Rücktritt von Trainer Ralf Rangnick das Revier. Der altbekannte Trainerfuchs Huub Stevens heuerte auf Schalke an und brachte bald die für ihn typische Diszplin ins Schalker Spiel. Seitdem gibt es zwar ab und an noch ein paar unansehnliche Partien wie das 0:0 gegen AEK Larnaka oder das 0:2 im Derby gegen Dortmund, doch der Trend der Schalker zeigt nach oben. In der Liga hat man Rang drei inne und in der Europa League in einer leichten Gruppe Platz eins erreicht. Die Null steht hinten immer häufiger und die Offensive um Huntelaar, Farfan, Raul und Pukki kann an guten Tagen jede Abwehr durcheinander wirbeln. Ein Sieg gegen Werder könnte diese Hinrunde erfolgreich abschließen.

FC Schalke 04 gegen Werder Bremen: Fazit

Schalke fühlt sich sicher vor dem letzten Hinrundenspiel und hat Platz zwei vor Augen. Doch Werder überrascht die Gastgeber mit einer ungewohnt effizienten Leistung und bestätigt Trainer Huub Stevens, welcher zuletzt bei einer Pressekonferenz erklärte, dass seine Mannschaft noch in einem Lernprozess sei und daher eine gewisse Inkonstanz zeigt. Bremen kann daher endlich einmal gegen einen Topklub gewinnen und zwar mit 2:1.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*