Erwartungen

Freunde von mir spielen in einer Rockband. Einer Hardrockband. Vor einiger Zeit wurden sie für eine Europa-Tag-Veranstaltung gebucht. Tagsüber. Es war augenfällig: Das war nicht das übliche Publikum. Irgendwann steht eine Omi auf, kommt auf die Bühne und drückt dem Leadsänger ein Zweieurostück in die Hand. Dabei sagt sie was – was der Leadsänger aber akustisch nicht versteht. Er steckt das Geld in die Tasche und singt weiter.

Eine halbe Stunde später in der Pause steht die Omi wieder auf der Bühne und verlangt empört ihr Geld zurück.

Erst jetzt versteht der Leadsänger was sie wollte: Er möge doch mal was Ungarisches spielen.

Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst.

Herzliche Grüße Ihre Monika Scheddin

4 Meinungen

  1. Naja, in einer Rockband erlebt man ziemlich viele lustige Sachen. Hab’ mal ein Buch darüber geschrieben – nur leider keinen Verleger gefunden.Aber der Teaser Deines kleinen Artikels hat bei mir eine andere Assoziation zutage gefördert: Kinder.Kinder wollen ernst genommen werden, wenn wir dies jedoch tun und sie behandeln wie Erwachsene, werden wir ihnen nicht wirklich gerecht. Wir verlangen etwas, das das Gegenüber nicht erfüllen kann.Und: ein Chef der von seinen Mitarbeitern verlangt, dass sie – ebenso wie er – unbezahlte Überstunden in zweistelliger Zahl pro Woche machen (“Ich fordere von Ihnen nicht mehr, als ich von mir selbst fordere und gehe mit gutem Beispiel voran”), dürfte seine Angestellten eher demotivieren, was der Produktivität nicht zuträglich ist. aber vielleicht gehlört das alles auch eher ins Motivations-Blog-m*sh-

  2. Lieber m*sh,tja. Kann ich verstehen. Wir erwarten (da sind wir wieder beim Thema) von Chefs, dass sie sich vorbildhaft verhalten. Leider tun sie das nur selten. Interessant ist bei der Forderung nach unbezahlten Überstunden auch was dahinter steht (schlechte wirtschaftliche Lage, Unzufriedenheit mit der Leistung von Mitarbeitern, Unzufriedenheit mit dem eigenen hohen Arbeitspensum …). …. Danke für das Kinderbeispiel. Da fällt mir gleich noch eine Nichten-Geschichte ein. 🙂 Und: Kollege Scheer vom Coachingblog kennt sich aus mit Books on demand, falls Du Deine Rockbandsachen doch noch verlegen willst. Schönen Tag wünscht Monika

  3. Das mit den Rockbandsachen ist schon ziemlich lange her und für meinen aktuellen Roman (für den ich leider auch keinen Verleger finde) ziehe ich gerade BoD oder LuLu in Erwägung.Danke trotzdem für den Tip.-m*sh-

  4. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, ist herzlich eingeladen auf http://www.agoraphobie-info.de vorbeizuschauen. Danke!

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