Eisspeedway – Spikes statt Schlittschuhe

Eisspeedway-Rennen haben ihren Ursprung in der ehemaligen Sowjetunion; 1924 begaben sich die furchtlosen Piloten erstmals aufs Eis. Die Reifen der Motorräder weisen maximal 28 mm langen Spikes auf; das Vorderrad trägt 130, am Hinterrad sind es meist 75 bis 120; es sind auch bis zu 200 genannt worden[1]). Die extreme Traktion der Spikes erlaubt gewaltige Beschleunigungswerte auf der Kurzstrecke und die größten Schräglagen im Motorradsport. Bei den Eisspeedway-Motorradrennen wird daher nicht wie auf der Sandbahn gedriftet. Beide Räder sind zum Schutz aller Beteiligten mit stabilen Kotflügeln halb abgedeckt.

Die Rennmaschinen verfügen anstelle von Bremsen über Zündunterbrecher. Dünne, am Handgelenk vom Rennfahrer angebrachte Schnüre lösen diese aus. Nach einem Sturz mit „Abflug“ kommen die gern liegend eingebaute  Motoren und damit auch die Antriebsräder sofort zum Stillstand.

Die Motorräder: 500er mit 70 PS

Eisspeedway wird auf Natur- und Kunsteisbahnen gefahren. Eisschnelllauf-Bahnen und  Eishallen sind favorisierte Austragungsorte; die nicht festgelegte Bahnlänge beträgt häufig 400 Meter. Die erreichbaren Rundendurchschnittsgeschwindigkeiten liegen bei 100 km/h, kurzzeitig sind Spitzentempi von bis zu 140 möglich. Das winterliche Speedway-Vergnügen erfordert robuste 500 cm³-Motorräder mit maximal 70 PS.

Die beliebtesten Treibwerke sind die tschechischen Jawa-Motoren; ob Zweitakter oder Viertakter bleibt den Piloten überlassen. Die zumeist im Eigenbau konstruierten Motorräder weisen vielerorts Leichtbau-Werkstoffe wie Carbon oder Aluminium auf, womit ein konkurrenzfähiges Motorrad auf ein Gewicht von ca. 110 kg kommt.

Golden Spike und andere Eisspeedway-Serien

Eisspeedway wird in mehreren Serien ausgetragen. Populär ist das seit 1997 jährlich durchgeführte „Master of Spikes“ in der Eisschnelllaufhalle von Berlin-Hohenschönhausen. Den dreimalige Gewinn des Mastertitels ehrt eine Sonderprämie. Der ADAC hält seit 1998 in Unna das Event „Aces on Ice“ ab.

Der dort ausgelobte „Warsteiner Cup“ wird auch in Gespann-Rennen ausgefahren. Die Speedway-Rennserie „Golden Spike“ tourt durch Flims  in derSchweiz, das vom Moto GP bekannte Assen  in den Niederlanden, Divisov in Tschechien, das Österreichische St. Johann sowie Steingaden und Erfurt in Deutschland. Im bayrischen Inzell findet jährlich um die Termine der Rennserien herum das „Eisspeedway-Fest“ statt, in dem die deutschen Meister ausgemacht und gekürt werden.

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