Eisenbahnfotografie: So erwischen Sie die Bahn!

Wenn Sie gut zu Fuß sind, können Sie mit der Eisenbahnfotografie sofort los legen. Oft ist bei einem gut gelungenen Eisenbahnbild das eigentliche Motiv überhaupt nicht so wichtig, sondern die Szene an sich. Sie bekommen einen langweiligen Triebwagen vor die Linse? Machen Sie etwas aus dem Trip und fotigrafieren Sie ihn als Schattenriss gegen den Sonnenuntergang. Ein Arbeitszug – nichts Außergewöhnliches? Versuchen Sie es doch einmal im Winter, wenn er von oben bis unten total vereist ist und von der Sonne angestrahlt in allen Regenbogenfarben schimmert. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Eisenbahnfotografie: Was wird benötigt?

  • geländegängiges Stativ
  • Kamera
  • festes Schuhwerk
  • Vesper
  • ein gutes Buch
  • eine schöne Strecke
  • einen Zug
  • Fahrpläne der nächstgelegenen Bahnhöfe

 

Eisenbahnfotografie: So wird's gemacht!

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Bahnhofsrecherche

Wenn ein Eisenbahner nicht weiter weiß, fragt er den Fahrdienstleiter, und genau das sollten Sie auch tun. Der Fahrdienstleiter ist für den Fahrweg (also die Weichen und Signale) zuständig und sitzt an kleineren Bahnhöfen meist an Gleis 1 in seinem Stellwerk und hat dort oft nicht viel zu tun. Tratschen Sie ein bisschen mit ihm und lassen Sie sich Tipps für die nächste Zeit geben – Wann fährt ein historischer Zug vorbei, gibt es besonders schöne Stellen auf der Strecke? Wenn jemand so etwas weiß, dann ist er es. Oft haben Mitarbeiter der Eisenbahn kein Verständnis für solche Dinge, denn für Sie ist das Alltag. Doch auch unter Ihnen gibt es Eisenbahnfans, die sich nur zu gerne auf umfangreiche Gespräche mit Ihnen einlassen.

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Recherche im Zug

Der Lokführer kennt seine Strecke genau. Passen Sie einen geeigneten Augenblick ab (z.B. bei mehreren Minuten Aufenthalt auf einem Unterwegsbahnhof), erklären Sie ihm, was sie machen und fragen Sie ihn höflich, ob er eine besonders schöne Stelle kennt. Das könnte eine besondere Brücke oder eine Stelle mit besonderer Aussicht sein. Manch ein Lokführer wird sie kopfschüttelnd wegschicken, aber der durchschnittliche Eisenbahner ist eher mitteilsam und wird den ein oder anderen Tipp aus dem Ärmel schütteln können. Während der Fahrt suchen Sie außerdem natürlich selbst nach Stellen für außergewöhnliche Aufnahmen.

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Google Maps

Sehen Sie sich den Streckenverlauf auf der Karte an und überlegen Sie, welche Stellen interessant sein könnten. Planen Sie dann ihren Fotoausflug entlang der Strecke. Die besten Stellen sind dabei meist nur querwaldein erreichbar.

Tipps und Hinweise

  • Halten Sie immer ausreichend Abstand vom Bahndamm und überqueren Sie die Gleise nur an zugelassenen Bahnübergängen. Suchen Sie sich für Frontale Aufnahmen lieber eine Kurve und fotografieren Sie mit genügend Sicherheitsabstand, statt direkt am Gleis zu stehen. Es kann sonst schnell passieren, dass Sie eine Anzeige (“gefährlicher Eingriff in den Bahnbetrieb”) bekommen und direkt vor Ort von der Polizei in Gewahrsam genommen werden. Dank Wärmebildkameras aus der Luft gibt es in diesem Fall für Sie kein Entrinnen.
  • Eine schnelle Serienbildfunktion ist Gold wert.
  • Zeigen Sie dem Lokführer zum Beispiel durch eine zum Gruß gehobene Hand, dass Sie ihn wahrgenommen haben und nichts böses im Schilde führen.
  • Außergewöhnliche Züge gepaart mit einer tollen Strecke finden Sie zwischen Parsberg und Regensburg in Bayern
  • Gemütliches Eisenbahnflair und nette Fahrdienstleiter gibt es auf der Donautalbahn zwischen Regensburg und Tuttlingen über Ulm.
  • Neigetechnikzüge in romantischem Winterkleid finden Sie im Bayrischen Wald rund um Schwandorf, Hof, Weiden
  • Einmalige Ausblicke gibt es im Schwarzwald zwischen St. Georgen und Hornberg und zwischen Löffingen und Kirchzarten.
  Zeitaufwand: 60 Minuten Schwierigkeitsgrad:  

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