Eigennützige Uneigennützigkeit

Es sei so schön, vom übelsten Schläger der Schule am Jahresende ein Geschenk oder ein Lob zu bekommen, fabuliert die eine oder der andere. Und auch wenn von anfangs 30 Schülern am Ende nur noch 12 regelmäßig kommen, so sei es doch toll, wenn davon dann sogar zwei einen Abschluss schaffen. Idealisten, denkt der durchschnittliche Betrachter voller Bewunderung. Das sind doch Lehrer, wie man sie sich wünschen muss. Und ich will im Grunde den Verdienst dieser sicherlich auch teils idealistischen Lehramts-Enthusiasten nicht über Gebühr schmälern.

Tatsache ist aber auch, dass es einen Überschuss an LehramtsanwärterInnen gibt. Im harten Wettbewerb um die Stellen muss man sich ein Profil erarbeiten, das dann im Lebenslauf auch einige Durchschlagskraft entfaltet. Was ist da besser geeignet, als der bescheinigte Nachweis besonderer Belastbarkeit und Erfahrung im Umgang mit schwerster Klientel? Entsprechend zeigt sich in USA und GB mittlerweile auch ganz tatsächlich, dass es die im Programm tätigen Lehrkräfte leichter haben, in Festanstellungen zu gelangen. Manch einer spricht gar von einem "Karriereturbo".

Steht zu hoffen, dass die Auswahlgremien in den einschlägigen Projekten zu differenzieren wissen, wer wirklich soziales Engagement einbringen will und wer bloß auf den Karriereeffekt hofft. Denn ohne echtes persönliches Anliegen gerät der Hilfsunterricht bestenfalls wie der, der ohnehin schon stattfindet. So verbesserte man dann zwar die Chancen der Lehrkräfte auf Festanstellung, nicht aber die Chancen der Schüler auf einen Abschluss.

[Foto: pixelio.de – zappi]

Keine Meinungen

  1. http://www.johannisnacht.com Das finde ich super.Aber es ist auch eine große Belastung für die Schüler, die sich dieser Herausforderung stellen. Denn sie haben ja keine Lehrerausbildung. Ich würde das nur in Begleitung von Fachpersonal für einen begrenzten Zeitraum von vier Wochen befürworten.Aber prinzipiell ist die Idee anderen zu helfen sehr schön.Der Mondschlüssel ist ein Buch über die Elfen aus Eschtinbur. Ein Mädchen verschwindet eines Tages auf mysteriöse Weise…

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