E-Mail: Die Tücke des (modernen) Objekts

Heute erreichte mich im Büro eine Mail mit dem Betreff „Verteiler Veranstaltungsredaktionen“ und dem Inhalt:

„dies sollte doch schon mal ein brauchbarer Verteiler für Veranstaltungsredaktionen sein – dahin sollte Anfang der Woche eine erste PI mit Terminen gehen. Bereitest du bitte etwas vor?
Gruß
xxx“

Ups, da war das Gespräch über den Verteiler offenbar plötzlich in den Verteiler geraten. Peinlich, peinlich. Wenn einem sowas widerfährt, kann man nur froh sein, nichts Lästerliches gesagt zu haben. Also zum Beispiel: „der Verteiler für diese elenden Pressefuzzis. Na, die Idioten schreiben eh wieder nix. Aber vielleicht haben wir ja mal Glück.“

Rund um das Thema E-Mail gibt es aber weitere Klippen zu umschiffen. Weitgehend unbekannt ist der Sinn des Feldes „CC“ oder gar „BCC“. Das „CC“ steht für „carbon copy“, zu deutsch „Durchschlag“. Das Feld ist also eigentlich für alle gedacht, die die Mail nur „zur Kenntnisnahme“ erhalten. Okay, kann man verschmerzen, wenn das einer nicht weiß. Wichtiger ist aber „BCC“: Die „blind carbon copy“ ermöglicht es, die Mailadressen der Empfänger vor den anderen Empfänger zu verstecken. Das kann sehr sinnvoll sein: Erstens sieht so nicht jeder, wie groß oder klein der Verteiler ist – beides kann negativ ausgelegt werden. Zweitens mag es längst nicht jeder, dass seine Mailadresse öffentlich gemacht wird. Zudem reicht ein Klick auf „allen antworten“, um ebenfalls an denselben Verteiler zu schreiben. Das hat mal ein genervter Kollege eines anderen Mediums getan, um dem Absender die Nutzung des „BCC“-Feldes zu erklären. Ein herrliches Durcheinander war die Folge, weil viele andere offenbar nicht verstanden haben, wie der Kollege überhaupt an ihre Mailadresse gekommen ist. Und als sie es dann verstanden haben, fanden sie es auch eine Frechheit.

Die Liste der Mail-Vergehen ließe sich fortsetzen. Ein leerer Betreff ist ein Beispiel oder den eigentlichen Inhalt der Mail in ein angehängtes Word-Dokument zu packen. Und da stehen dann gern zwei, drei Textzeilen ohne jede Formatierung drin. Tja, manchen ist selbst das Konzept von „Kopieren“ und „Einsetzen“ noch gänzlich unbekannt.

Besonders schön auch jene Spezialisten, die ein Bild in ein Word-Dokument laden und dann dieses Word-Dokument als Anhang schicken, wenn sie ein Bild verschicken wollen. Eine interessante Logik. Aber es wird verständlich, wenn man weiß, dass nicht wenige Computer-Besitzer meinen, ihr Betriebssysteme heiße „Office“.

Und mit allen diesen Sachen habe ich keine Probleme, solange sie nicht von Leuten kommen, die dafür bezahlt werden. Das finde ich dann ärgerlich. Aber zum Glück ist auch immer mal was zum Grinsen dabei…

Keine Meinungen

  1. Sehr beliebt ist auch das Hinzufügen neuer Adressaten in eine E-Mail-Diskussion. Dumm, wenn diese oder ihr Bereich mal das Thema in der Diskussionshistorie waren – die natürlich zum wiederholten Verständnis unten dran gelassen wird…Es soll auch Chefs geben, die trotz rauhem Umgangston nicht darauf achten. Sehr zur – je nach Betroffenheitsgrad – Belustigung oder Demotivation „der anderen“.

  2. Ja, das stelle ich mir auch noch sehr „spaßig“ vor. Wobei korrektes Zitieren ja auch eine Kunst für sich ist. Siehe afaik.de. Klingt alles spießig, ist aber einfach praktisch…

  3. Ja, da habe ich bei mir im Blog auch schon was geschrieben. Allerdings hat sichs im Geschäftsleben leider durchgesetzt, alles unten dran zu hängen. Spart auf den ersten Klick ja durchaus Zeit, auf den zweiten Blick halt nicht mehr…

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*