Durstlöscher Nummer eins: Wasser!

Manch einer hat sich eine App installiert, die regelmäßig zu ihm spricht: „Trink jetzt!“, damit er nicht vergisst, seinen Körper mit dem lebenswichtigen Elixier Flüssigkeit zu versorgen. Im Sommer wird es den meisten jedoch ohnehin nicht schwer fallen. Je wärmer es wird, umso durstiger sind wir, denn Schwitzen beschleunigt den Prozess, dass der Körper Wasser verliert. Fest steht: Pures Wasser, ohne Zuckerzusätze oder Geschmacksaromen, ist das beste Mittel, den Durst zu löschen.

Welches Wasser ist das beste – aus der Flasche oder der Leitung?

Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Der Geschmack entscheidet. Der einfachste und günstigste Weg ist natürlich: Wasserhahn aufdrehen, Glas befüllen. Leitungswasser ist in Deutschland eines der am besten kontrollierten Lebensmittel. Die Wasserwerke müssen die Qualität bis zum Hauszugang garantieren. Zu einer Minderung kann es dann nur noch aufgrund alter Rohre kommen, die Blei oder Kupfer ans Wasser abgeben. Wer auf Nummer sicher gehen will, weil er kleine Kinder im Haus hat oder unter bestimmten Krankheiten leidet, kann Wasserproben beim örtlichen Versorger überprüfen lassen. Zuerst fordern Sie ein entsprechendes Formular an (ggf. Vermieter nach der Adresse fragen), später müssen Sie meist eine volle Glasflasche für die Analyse bereitstellen. Auch die Stiftung Warentest übernimmt solche Wassertests. Die Kosten belaufen sich auf etwa 50 bis 90 Euro. Als Mieter können Sie sich mit Nachbarn zusammentun und sich die Gebühr teilen.

Nun zur Flaschenware. Abgefülltes Wasser gibt es in verschiedenen Varianten:

  1. Mineralwasser stammt, wie der Name schon suggeriert, aus unterirdischen Quellen oder Brunnen, die auf natürliche Weise vor Verunreinigungen geschützt sind, und enthält Mineralien. Es wird direkt an der Gewinnungsstelle abgefüllt und unterliegt der Trinkwasserverordnung. In Deutschland gibt es rund 800 amtlich anerkannte Quellen; der Herkunftsort muss auf dem Etikett genannt werden. Aus manchen Quellen sprudelt das Wasser bereits mit einem natürlichen Kohlensäureanteil. Aus anderen wird natürliches, stilles Wasser gefördert, dem ggf. Kohlensäure zugesetzt wird. Auch diese Informationen müssen auf der Flasche kenntlich gemacht werden ebenso Angaben über die wichtigsten Inhaltsstoffe.
  2. Quellwasser wird wie Mineralwasser aus tiefliegenden Vorkommen gewonnen, muss aber nicht vor Verunreinigung geschützt sein und auch keine Mindestmengen an Mineralien aufweisen. Bei der Zusammensetzung müssen jedoch die Trinkwasserverordnungen erfüllt werden.
  3. Heilwasser ist ein Arzneimittelprodukt (kein Lebensmittel), dessen heilende oder lindernde Wirkung von Wissenschaftlern nachgewiesen sein muss. Auch dieses Wasser kommt aus unterirdischen Quellen. Der Mineralstoffgehalt muss bei mindestens einem Gramm pro Liter liegen.
  4. Tafelwasser, auch Sodawasser genannt, wird aus Trink- und Mineralwassern industriell gemischt und meist mit salzhaltigen Zutaten (Sole, Meerwasser, Kochsalz o.ä.) angereichert. Es schmeckt deshalb leicht nach Lauge und wird überwiegend in der Gastronomie z.B. für Longdrinks und Cocktails verwendet. Bekannte Quellen für Sodawasser sind Fachingen (Deutschland), Marienbad und Karlsbad (Tschechien) sowie Vichy in Frankreich.

Auch Kaffee dürfen Sie zur täglichen Trinkmenge addieren

Es wird zwar immer noch geglaubt, das Gegenteil aber ist wissenschaftlich längst bewiesen: Kaffee ist kein „Flüssigkeitsräuber“. Das Glas Wasser neben der Tasse Espresso müssen Sie nicht als Ausgleich trinken, dürfen es aber natürlich. Als Durstlöscher eignet sich Kaffee allerdings nicht, weil zuviel Koffein das Herz und den Kreislauf zu sehr anregt. Für die Tagesbilanz, so sagt es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), aber können alle Getränke addiert werden: von Wasser und Schorle über Kaffee, Tee und Milch bis hin zu Fruchtsaft. 1,3 bis 1,5 Liter Getränke am Tag empfiehlt die DGE einem gesunden Erwachsenen. Den Rest der benötigten Flüssigkeitsmenge (insgesamt ca. 2,6 Liter/Tag) erhalten wir bereits über feste Nahrung und das beim Stoffwechsel im Körper entstehende Oxidationswasser.

Fotourheber: Thinkstock, iStock, Luis Alvarez

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