Diktat des Westens

Immer wenn Rahmans Bild in den internationalen Medien
erscheint, ist die Empörung groß –sei es in der westlichen oder in der
islamischen Welt. Längst ist dieser unscheinbare Mann zu einem Symbol geworden.
Es geht nicht mehr nur um seine Errettung vor der Läuterung durch die 
Schari´a.
Es geht um die Selbstbestimmung der muslimischen Welt und vor allem um die dort
allgegenwärtige Dominanz des Westens.
 

Kultureller Imperialismus

 
So wird das Vorgehen westlicher Regierungen seit Jahren im
Nahen Osten wahrgenommen. Europa und vor allem die USA üben teilweise massiven wirtschaftlichen
und diplomatischen Druck auf bestimmte Staaten aus. Mit ihren Bemühen den Nahen
Osten zu Demokratisieren schaffen sie damit eine antiwestliche Stimmung und
sorgen für Zulauf bei radikal-islamischen Organisationen. Samuel P. Huntington hat dieses Phänomen in
seinem Buch „Clash of Civilizations“ treffend formuliert: “What is universalism to the West is
imperialism to the rest”.
 
Und der Fall Rahman schürt die Angst unter Muslimen vor
Bevormundung und Unterdrückung weiter. Für uns westliche Beobachter mögen die
Verhältnisse in Staaten wie Afghanistan oder Syrien teilweise unhaltbar sein
und natürlich bedarf es dort einiger Veränderungen. Doch wenn der Westen sich
dort schon als Moralapostel aufspielt, muss er dies auch in anderen Regimen
tun.
 

Zweierlei Maß

 
China ist dafür ein gutes Beispiel. Die autoritären
Machthaber in Peking öffnen ihr Land zwar für den Kapitalismus, von
demokratischen Wahlen wollen sie allerdings nichts wissen. Menschenrechtsverletzungen
sind an der Tagesordnung und Pressefreiheit ein Fremdwort. Und der Westen? Der nimmt
diese Zustände billigend in Kauf –man will sich ja schließlich in der am stärksten
wachsenden Volkswirtschaft etablieren.
 
Da kann man die Wut in der arabischen Welt durchaus nachvollziehen. Der
Westen wäre bei einem ähnlichen Fall in China mit Sicherheit verhaltener an die
Affäre heran gegangen. Die westlichen Bemühungen näher an die islamische Welt
zu rücken werden durch solche Aktionen nur untergraben. Die USA und Europa
müssen verstehen, dass die Verbreitung von Werten und Systemen, so vernünftig
sie auch sein mögen,  nicht mit aller
Macht durchgesetzt werden kann –und schon gar nicht mit militärischen
Interventionen wie im Irak.

6 Meinungen

  1. Das ist eine recht wohlfeile Argumentation.Zum einen: Auch im Einsatz für Demokratie und Menschenrechte kann nur Realpolitik betrieben werden. Deswegen kann China relativ problemlos weitermorden und erntet nur offizielle Proteste.Zum anderen: Das Argument “Wenn man nicht alle Diktatoren entmachtet, darf man keinen entmachten.” ist platt und auf eine unappetitliche Weise verhöhnend den Opfern befreiter Länder gegenüber.Dass man dann noch Verständnis für die “Wut der arabischen Welt” hat, wenn der Westen sich dagegen einsetzt, dass ein Mann getötet wird, weil er an den falschen Gott glaubt, schlägt der relativistischen Fass den Boden aus.Aber mal als Entgegenkommen: Was wäre denn der Alternativvorschlag des werten Herrn Autor? Krieg gegen China? Absetzung der KP-Clique?Oder lieber doch alle Verbrecher der Welt in Ruhe morden lassen und sich hin und wieder wohlig grausend darüber empören, dass jemand etwas machen müsste. Nur nicht die Amerikaner, die nur ans afghanische Öl denken! Stattdessen die UNO, oder so. Dumm nur, dass dort die Verbrecher über ihr eigenes Los mitentscheiden.

  2. Nun, wenn ich vom Christentum auf die Seite der Terroristen übertrete, steht in den USA darauf auch die Todesstrafe. Aber Spass beiseite:”Mit ihren (Europa, USA) Bemühen den Nahen Osten zu Demokratisieren schaffen sie damit eine antiwestliche Stimmung und sorgen für Zulauf bei radikal-islamischen Organisationen.”Hier ein Auszug aus einem meiner Artikel über dem Islam:”So sieht der Koran für diverse Vergehen die Todesstrafe, Verstümmelung und Folter vor. Ich verweise an dieser Stelle auf ensprechende Suren, in denen nicht nur das Ziel des Islam zur Hegemonie verankert ist, sondern oben genannte physische Gewalt als vorherrschendes Mittel gegen Andersdenkende legalisiert, ja bedungen wird:Die Höhen, Abs. 37Die Verderblichkeit des Krieges, Abs. 12, 39, 54, 60, 65Die Reue, Abs. 14, 29, 32, 41, 73, 123Mohammed, Abs. 1, 4, 8, 35Auf den Punkt.”Entweder Du unterwirfst Dich dem Islam oder der Islam wird Dich vernichten.”Man bedenke, der Koran ist nicht nur eine Religion schlechthin, er ist die Rechtsgrundlage der arabischen Länder.”Nein, nicht Europa, nicht USA, sondern Mohammed, der Begründer des Islam, legte den Grundstein für den Hass gegen Ungläubige. Dieser Hass ist eine Hauptsäulen des Islam. Sie sollten den erst den Koran lesen und danach Ihren Artikel überarbeiten.

  3. @Frank Kerkau Die Argumentation auf der Basis von aus dem Kontext gezerrten Koran- oder Bibelstellen ist immer, was mich am meisten abschreckt, wenn es um solche Diskussionen geht. In Medinah, dem von Mohammad geführten islamischen Staat, lebten Juden und Christen und Muslime zusammen und Mohammad versuchte niemals, Juden und Christen zu bekehren. Er bezeichnete sie als “People of the book” und respektierte sie. Enttäuscht war er, als sie ihn nicht als Propheten akzeptierten, aber er wendete deswegen keine Gewalt gegen sie an oder forderte dazu auf. Die Stellen, die von Westen und Osten gleichermaßen zitiert werden um Mohammad Hasspredigten unterzuschieben, beziehen sich auf bestimmte Gruppen, zB drei jüdische Stämme, mit denen es politische Probleme gab. Man kann weder Bibel noch Koran noch vergeichbare Texte stückchenweise lesen. Genau das machen aber auch Extremisten, die normalen Menschen ihre Interpretation unterjubeln wollen. Inzwischen glaubt ja auch jeder, die Scharia sei besonders islamisch. Dabei wurde sie erst Jahrzehnte nachdem Mohammad gestorben war entwickelt.

  4. Kontext hin, Kontext her. Eine Religion, die Gewalt gegen Andersdenkende legalisiert, gehört nicht in unsere Zeit. Punkt!Solange im Namen des Islam gebombt wird und Muslime tatenlos zusehen und es zu lassen, sind diese mitschuldig. Der Islam soll erst beweisen, dass er friedlich ist und die entsprechenden Stellen aus dem Koran streichen, das Leben, fremde Kulturen und die Menschenrechte achten, dann erst verdient er sich einen Platz in unserem Jahrundert, sonst nicht.

  5. Und solange im Namen der Demokratie gebombt wird und wir im Westen tatenlos zusehen sind wir mitschuldig. Also, alle schuldig. Das ist doch eine gute Basis, sich mal ein bisschen zu unterhalten ohne sich gegenseitig anzukacken. Aber lassen wir das, das wär ja auch ziemlich viel Arbeit…

  6. schade das die islamischen regionen jetzt erst im dunklen mittelalter euopas angekommen sind. und noch schader, daß sie das heutzutage überhaupt noch durchmachen müssen.der kirchliche einfluss zu der zeit bei uns war genauso fatal und warf europa um jahrhunderte in der entwicklung zurück.

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