Digitale Fessel 12: Der Spion im USB-Stick

So viel gleich vorweg: McDonalds hat sich dafuer entschuldigt, eine Hot-Line eingerichtet und tauscht die verwanzten Geraete aus.
Trotzdem zeigt dieser Vorfall, welche Moeglichkeiten heutzutage einem Unternehmen zur Verfuegung stehen, um an detaillierte Kundendaten zu gelangen.

In diesem Fall waren 10.000 USB-Sticks, die von McDonalds Japan im Rahmen eines Gewinnspiels an die Kunden verschenkt wurden, mit dem Trojaner QQPass verseucht. Dieser stiehlt Daten (vorzugsweise eingegebene Passwoerter) von den befallenen Rechnern und versendet diese ueber das Internet. Ein derartiges Szenario ist nicht neu. Es gibt bereits eine ganze Reihe von Beispielen, in denen Hersteller versehentlich oder wissentlich (und somit absichtlich) Produkte mit Spyware an Kunden ausliefern.

Am spektakulaersten war der Fall Sony, die auf – mittels DRM geschuetzten Musik-CDs – ein sogenanntes Rootkit unterbrachten, das sich auf Windows-Rechnern installiert und nicht mehr zu entfernen war. In diesem Fall hatte das Rootkit gravierende Sicherheitsmaengel fuer den befallenen Rechner zur Folge und Abhilfe schaffte nur eine Neuinstallation von Windows.

Gemeinsam ist diesen Faellen, dass sie nach deutschem Recht bald strafbar sein werden und mehr oder weniger schnell entdeckt wurden. Doch das Kernproblem ist die Moeglichkeit dieses Missbrauchs. Ein Unternehmen, das einen ernsthaften Versuch unternimmt seine Kunden auszuspaehen, duerfte sich wohl in Zukunft nicht derart stuemperhafter Methoden bedienen.

"timeo danaos et dona ferentes", wie der Lateiner zu sagen pflegt.

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-m*sh-

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