Die blauen und die grauen Tage

Meine Mutter ist 88 Jahre alt und dement. Am Samstag hatte sie einen der „grauen" Tage. Was bedeutet das? Ich rief sie morgens an und hörte schon an ihrer Stimme, das ist ein grauer Tag für sie. Sie fragte mich wo sie überhaupt sei. Ob sie etwas zu essen bekommt? Sie wäre ja den ganzen Tag alleine. Es ist so langweilig etc. Ich habe ihr auf alles in Ruhe eine Antwort gegeben. Aber ich merkte auch, sie nahm das, was ich ihr sage, gar nicht wahr.

Nun habe ich aber im Laufe der 2 Jahre wo sie dort im Heim ist gelernt, nicht sofort zu ihr zu fahren, denn ich weiss, wenn sie den Hörer aufgelegt hat, hat sie auch schon diesen Anruf wieder vergessen. Nicht in solchen Momenten zu ihr zu fahren, fällt mir trotzdem immer noch schwer.

Am Sonntag früh rief ich wieder an und merkte sofort an ihrer Stimme: Es war einer der „ blauen „ Tage. Sie war aufgedreht, überhaupt nicht mehr traurig, wir haben uns unterhalten und alles war schön. Ich habe auch nichts gesagt vom gestrigen Tag. Und somit hatten wir ein schönes Telefonat.

Meistens sind die grauen Stunden am Wochenende, weil dort im Heim kaum Aktivitäten sind. In der Woche ist sie immer beschäftigt, backen, kegeln, turnen, bingo…ich könnte unendlich aufzählen.

Mir ist eingefallen auch ich habe einmal graue und dann wieder blaue Tage. Ich glaube, diese Zustände kennen wir alle !!!

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Keine Meinungen

  1. Die Überschrift klingt schon richtig fies.Ich denke bei vielen ist es eine Folge des Streßs.

  2. Ich kann sagen dass dieser Artikel mich um nachdenken gebracht hat…

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