Die besten Satire Magazine in Deutschland

MagazineSatire-Magazine gibt es, seit man drucken und zeichnen kann. Von frühen Witzen römischer Mönche bis zu heutigen Exemplaren von Satire-Magazinen in großen Auflagen war es ein weiter Weg, der jedoch immer wieder einen Nerv traf: Sich humoristisch zu dem zu äußern, was los ist im Land, und Nachrichten so auf eine ganz andere Art zu interpretieren – ob mit Karikaturen über den Papst um 1500 oder zur Kanzlerin heute. Auch wenn viele Leser glauben, die BILD sei ebenfalls ein Satiremagazin, so ist das jedoch nicht gemeint. Hier geht es um meist Monats- oder Quartalszeitschriften, die ausschließlich verzerrte, ironische und zynische Beiträge bringen und nicht einmal ein Zehntel der Auflage der BILD vorweisen.

So schwer sich auch die Print-Ausgaben tun im Kampf ums Dasein: Demokratie braucht Kritik. Satire-Magazine erhöhen die Vielfalt der Medien, beleuchten Geschehnisse kritisch und teilweise hilfreich aus verzerrtem Winkel, und jedes Land sollte sich glücklich schätzen, solche Magazine zu haben. Bis heute halten vor allem Karikaturen auch eine ganze Schar von Anwälten am Leben, die sich mit den Grenzen der Satire auseinander setzen müssen.

Satire-Magazine: Das sind die Besten!

1

Titanic – die gedruckte Frechheit aus Frankfurt/Main

Titanic ist das in Deutschland bekannteste Satiremagazin, wenngleich der Eulenspiegel die höchste Auflage hat. Der knapp 30jährige Jungpolitiker Leo Fischer führt das Fankfurter Magazin seit 2008, was vorrangig bei jüngerem Publikum seit 1979 für gute Laune sorgt. Vor allem die Cover sind immer wieder Anstoß der öffentlichen Kritik, da der Titanic Verlag ein ums andere Mal Politiker verunglimpft, Hitler zum x-ten Mal wieder auferstehen lässt oder Jesus am Kreuz von einem Geistlichen befriedigt wird. Alles wird ausgereizt, die Rechtsabteilung ist gut beschäftigt. Einer der bedeutendsten Chefredakteure war Hans Zippert, der derzeit in der WELT als Kolumnist schreibt. Wie üblich spielt auch die Titanic mit Provokation, wobei Leo Fischer 2010 viele Kritiker auf den Plan rief, als er im Editorial die Mauer zwischen Ost und West wieder forderte und die Ostdeutschen als unkritisch und nicht satirefähig verunglimpfte. Es bleibt unklar, wie viel davon Ernst ist.

2

Eulenspiegel – der Berliner Klassiker

Seit 1954 ist das einzige Satiremagazin des Ostens monatlich zu haben, und gehört heute immer noch nicht nur zu den beliebtesten Blättern Deutschlands, sondern ist auch Dank seiner Auflage von über 100.000 das größte Humorblatt. Der Name “Eulenspiegel” für ein Humor-Magazin war bereits seit 1848 geläufig und wurde in Berlin an den ebenfalls 1954 gegründeten Eulenspiegel-Verlag angegliedert. Es erinnert an den um 1500 in vielen Städten aktiven Schalk Till Eulenspiegel und seine Legenden. Vor allem politische und gesellschaftliche Kritik ist bis heute wichtigster Inhalt. Während zur Wendezeit die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley und Helmut Kohl wichtige “Opfer” waren, sind es heute Mario Barth, immer wieder die Kirche oder die Bundeswehr. Viele ausführliche Kommentare und tiefgründige Auseinandersetzungen mit den rellen Entwicklungen machen das Blatt trotz ihrer überklaren linken Haltung zum Magazin, dass vermutlich als erstes ernst genommen wird.

3

MAD – die US-Größe für Jugendliche und Erwachsene

Ebenfalls seit den 1950ern gibt es in den USA das Mad Magazin, dessen Erfolg allerdings in den letzten 10 Jahren in Deutschland extremen Schwankungen unterworfen war und das nun ums Überleben kämpft. Die Zielgruppe des neuerdings quartalsmäßig erscheinenden Hefts ist eindeutig der männliche Jugendliche, wenngleich die Kinofilm-, Comic- und Spiele-Kritiken auch von Erwachsenen gelesen werden. Die Auflage von Mad liegt bei etwa einem Fünftel vom Eulenspiegel.

4

Nebelspalter – das Schweizer Urgestein

Tatsächlich ist der Nebelspalter das älteste noch existierende humoristische Magazin der Welt. Es erscheint zehn Mal jährlich in Horn und ist derzeit im 137. Jahrgang (1875 gegründet). Seine stärksten Phasen und gleichsam Bewährungsproben hatte das “Nebi” während der Kriegsjahre. Heute ist es mit ca. 20.000 Exemplaren immer noch ein starkes Heft, das sogar derzeit im Aufwind ist und mit spaßigen Editorials zur Finanzkrise oder der wackelnden EU den Zeitgeist am Schlafittchen packt.

Tipps und Hinweise

  • Bei allen Satiremagazinen gilt: Nur wenige sind als Abo erträglich, nicht viele kann man ohne Geschmacksverlust ganz durch lesen, und leider ist die wahre Meinung des Blattes zu einem Thema oft nebulös und unklar gehalten, so dass die Satire als Maske funktioniert und die Leser ihren eigenen Kopf nutzen müssen.
Schwierigkeitsgrad:  

Bildcredit: morchella – Fotolia

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