Die besten Rocksongs der 80er: Es war nicht alles Föhnfrisur und Leggins

Eins vorweg, auch wenn Ozzy, Iron Maiden und Dio unter Umständen auch zum Rock gezählt werden, sind sie doch eher dem Metal zuzuordnen, weshalb sie in der „Rocksongs der 80er“-Liste nicht zu finden sein werden (wer weiß, vielleicht ergibt sich auch mal eine 80er Metal Liste). Der Hardrock hat es jedoch streckenweise rein geschafft, auf die Prise Angus Young muss man also nicht verzichten. Da hier die echten Rockbands gefeiert werden sollen, wurde darauf geachtet, dass die Songs keine Coversongs, sondern die glitzernden Originale der Bands sind, weshalb so manche Wahl vielleicht nicht die Erste ist, die bei dem ein oder anderen Bandnamen in den Kopf kommt, aber definitiv legendär genug ist, um auf alle Zeiten zu Lieblingen von Jung und Alt zu werden.

Rocksongs der 80er: Die Top 10

1

Journey – Don't stop believing

Dank Glee darf jetzt schamlos über Journey gewitzelt und gelästert werden, was für eine Schande, denn „don't stop believing“ zeigt nicht nur die stimmlichen Qualitäten des einzigartigen Steve Perry, sondern auch das Talent des Songwritings, das auch die anderen Songs der Band zu echten Klassikern macht. Klar, kitschig und sehr emotional war das alles, aber wozu waren die 80er sonst da? Während der Song in den Charts von Anfang an sehr wohl erfolgreich war, waren es letzten Endes die Fans, die den Journey Hit zu einem der Rocksongs der 80er machten, die in die Musikgeschichte eingingen. Übrigens, wie auch schon Family Guy zeigte, „don't stop believing“ ist eine perfekte Wahl für den angesäuselten Karaokeabend.
[youtube jVCEXc1sjBA]

2

Guns'n Roses – Paradise City

1988 veröffentlicht, ist „Paradise City“ ein großartiges Gitarrenfest, das sich in langen Strecken hochzwirbelt, um irgendwo im Gitarrenhimmel zu landen. Der Song entstand im Tourvan nach einem Aufenthalt in San Francisco. Das legendäre Gitarrenintro war das Erste, was Slash auf einer Akustikgitarre vor sich hinspielte, der Rest ist Geschichte. Wenn es nach Slash gegangen wäre, würde es übrigens nicht die „where the grass is green and the girls are pretty“ Zeile, sondern „where the girls are fat and they've got big titties“ geben. Auch wenn man gerade in Videos nicht selten von Axl Roses Bühnenpräsenz gefangen genommen wird, lohnt es sich hier, durchweg die Ohren auf Slash und seine Gitarre zu lenken, denn was da teilweise neben den Vocals abläuft, ist gigantisch.
[youtube P5B8yAqiUoo]

3

Queen – I want it all

Es ist ja schon kriminell, wie viele gute Songs Queen in den 80ern veröffentlicht haben, die Auswahl war also mehr als schwierig. Aber in „I want it all“ ist eine pompöse Stärke im Song, die auch an die alten Heavy Metal Phasen der Band in den 70ern erinnert, besonders wenn zum Ende hin das Tempo angezogen wird und sich Schlagzeug, Keys und Gitarre ein Wettrennen liefern. Fast schon feierlich wird es, wenn nur Schlagzeug und die berühmten Harmonien von Queen – Freddy übermächtig im Vordergrund – zum Ende hin erklingen, genau da wird der Sinn des ambitionierten Kampfes, den Brian May mit diesem Song verkörpern wollte, mehr als klar. Kein Wunder, dass „I want it all“ in vielen Demonstrationen als Schlachtruf gedient hat, ob nun gegen Apartheid in Amerika oder für Schwulenrechte in Amerika, die Faust in der Luft – anders kann man dazu nicht tanzen.
[dailymotion xi93r]

4

Joan Jett – Bad Reputation

Kurz nach der Auflösung der skandalösen The Runaways machte sich Gründerin Joan Jett auf Solopfaden auf. Nicht nur Vorbild für diverse Punkgruppen, war Joan auch in der Welt des Hard Rock mehr als geachtet. Ihre lässige Attitüde und die pure Energie in ihren Performances machten sie zu einer Ikone für alle Mädels, die sexy Püppchen weder ertragen, noch verkörpern wollten.
[youtube 5RAQXg0IdfI]

5

Styx – Mr Roboto

Das gigantische Science Fiction Konzeptalbum der Progrocker Styx ist ein Meisterwerk in sich „Kilroy was here“ ist eine Dystopie, in der Rock'n Roll verboten ist, der Protagonist Kilroy (von Dennis de Young dargestellt) wird gefangen genommen und flieht getarnt in der Hülle eines Roboters. „Mr Roboto“ ist der Song, indem er in dieser Verkleidung flieht und sich später zu erkennen gibt. De Young spielte das eindringliche Keyboard – das damals in den 80ern noch cool war – und die Dramaturgie des Songwritings ließ die Geschichte wahrlich zum Leben erwachen. Nicht zuletzt durch die Kultzeilen „domo arigato Mr Robot“ ging der Song in die Geschichte der Rocksongs der 80er ein.
[youtube SDrpvb-L1r8]

6

Aerosmith – Love in an elevator

Ich musste etwas mit mir kämpfen, da der sozialkritische 89er Song „Janie's got a gun“ zu meinen Favoriten zählt, aber letzten Endes hat doch „Love in an elevator“ gewonnen, denn mal ehrlich – so lieben wir Aerosmith. Mit einem kleinen Country Twang und viel Psychedelic in der Gitarrenarbeit von Joe Perry, bei der man auch genau heraus hört, wen Slash als Inspiration für seine Technik genommen hat und Tylers Experimente im Gesang, ist „Love in an elevator“ einer der Songs, die jeden auf die Tanzfläche holen.
[youtube a4jtSndJFM8]

7

Alice Cooper – Poison

Natürlich kommt eine Liste der besten 80er Rocksongs nicht ohne den Meister der Dunkelheit aus. Auch wenn Cooper eher in den 70ern seine berühmtesten Songs verfasste und in den 80ern nach und nach als Schockrocker Solo Erfolg erlangte, schaffte er mit „Poison“ einen sinnlich, humorvollen Klassiker, der auch heute noch gefühlvoll von Metalheads und Rockopas gleichermaßen mitgegrölt wird. Schön auch der Titel des 1989 erschienen Albums, auf dem der Song zu finden ist: „Trash“, zu deutsch „Müll“.
[youtube 1_bCGj5avLE]

8

Foreigner – Urgent

Foreigner hatten über die Jahre hinweg insgesamt 31 verschiedene Musiker, kein Wunder also, dass es so schwer ist, ihren Sound zu beschreiben. „Urgent“ ist dabei ein kleines Juwel, wer da nicht automatisch mittanzt, dem kann auch nicht mehr geholfen werden. Produziert wurde das gute Stück vom AC/DC Produzenten Robert John Lange und das Saxophon-Solo – das besonders in den 80ern mehr als beliebt war – kam von Junior Walker, der in den 60er und 70er Jahren auf dem Motown Label für Furore sorgte. Auch hier war das Rennen eng, denn „cold as ice“ ist definitiv ein Ohrwurm, den man nicht mehr los wird. Letzten Endes entschied mein Kopf, der bei „Urgent“ nach ca. 1 Sekunde euphorisch mitnickte.
[youtube stRWtrmXkHo]

9

AC/DC – you shook me all night long

Klar, eigentlich sind die Hardrocker vor allem für knackig heraus gegrölte Refrains bekannt, die kaum Zeit für großartige Melodiearbeit ließen, aber „you shook me all night long“ ist wohl der größte Kompromiss, denn die Australier mit dem klassischen Liebeslied machen konnten. 1980 auf „Back in black“ veröffentlicht, wurde höchstwahrscheinlich eine Zeile aus einem alten Muddy Waters Song für den Titel verwendet, dann hört es jedoch auf mit gediegenen Bluessongs, denn laut Band sollte der Song so radiofreundlich wie möglich sein, was im Klartext heißt, dass hinter all diesen Zeilen lauter Schweinereien lauern. Umso besser. Eine süße kleine Geschichte am Rande: Die Dame im originalen Musikvideo verletzte sich zwei Mal beim Bullenreiten, woraufhin ihr ein Roadie der Band zur Hilfe kam. Ein Jahr später heirateten die Beiden und bekamen von Angus Young einen mechanischen Bullen geschenkt.
[youtube 81VPZ9_r2PE]

10

Van Halen – Hot for teacher

Eine Band mit größeren Egos gab es wohl nicht in den 80ern und auch wenn David Lee Roth alles dafür tat, im Vordergrund der Show zu sein, Eddie van Halen und seine irren Gitarrenkünste waren der eigentliche Grund, warum Van Halen (immerhin auch nach Eddie benannt) so beliebt waren. Und daher gibt es auch nicht das ungemein amüsante „Jump“, sondern das noch viel amüsantere „Hot for teacher“, bei dem Eddie zeigt, warum auch Van Halen große Vorbilder späterer Metalbands waren.
[youtube g0XLKcMoXRE]

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