Delphine de Vigan: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Delphine de Vigan kann man durchaus in die Riege der besonderssozialkritischen Autoren einordnen und auch hier ist es ihr wieder gelungen, richtig tief unter die Haut zu gehen.

Kaum ein Leser wird nach der Lektüre dieses Buches dasselbe aus der Hand legen und so weitermachen wie zuvor. Dieser Roman geht nahe und zwar aus einem ganz einfachen Grund: was hier geschieht, könnte uns alle treffen. Delphine deVigan hat ein Werk mit zwei parallelen Strängen geschaffen. Da ist einmal der berufliche Strang, der die weibliche Hauptperson Stück für Stück zerstört und da ist der private Strang, an dem es ihr so geht, wie vielen: Immer wieder verpasst sie die Liebe knapp und wird nie erfahren, wie nah sie so oft schon dran war.

Mobbing in seiner reinsten Form

Mathilde leidet und die Autorin lässt sie leiden. Sie, die ehemals erfolgreiche, alleinerziehende Mutter, die ihren Job liebte und nie so ganz verstand, warum all die anderen morgens und abends in der Pariser Metro so graugesichtig und ängstlich aussahen, wird eines Tages gemobbt. Von ihrem eigenen Chef, der große Stücke auf sie hielt und sie protegierte, bis sie es wagte, ihm zu widersprechen. Von da ab erlebt Mathilde die Hölle auf Erden undder Leser leidet mit. Es gelingt dem Kerl, diese Frau systematisch zu ruinieren und seelisch so zu zerstören, dass sie aufgibt.

Knapp daneben ist auch vorbei

So wie sie es auch im Privaten macht. Denn auch wenn sie nur ein wenig andie Aussage einer Wahrsagerin glaubt, ein bisschen Hoffnung hat sie doch, nur fehlt ihr das nötige Quäntchen Glück, das für die Liebe notwendig ist. Amor scheint zu schlafen und so rennen der frustrierte Arzt Thibault und die arme Mathilde – eigentlich wie geschaffen, um einander wieder glücklich zu machen, stetig aneinander vorbei.

Ein Name, den man kennen sollte

Auf tragische Art und in aufkeimender Hoffnung immer wieder zurückgelassen, spielt die Autorin nicht nur mit ihren Figuren, sondern auch mit dem betroffenen Leser. Und das macht sie meisterhaft.

Delphine de Vigan, die sich mit ‚No & Ich‘ auch im Jugendbuchbereich einen Namen gemacht hat, lebt mit ihren beiden Kindern in Paris, arbeitett agsüber in einem soziologischen Institut und schreibt nachts Sozialromane, für die sie dann den einen oder anderen Preis einheimst. Kompliment!

Delphine de Vigan: „Ich hatte vergessen,dass ich verwundbar bin‘, erschienen im September 2010 bei Droemer in gebundener Form, ISBN 978-3426198865, Preis: 18 Euro.

Delphine de Vigan: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Delphine de Vigan kann man durchaus in die Riege der besonderssozialkritischen Autoren einordnen und auch hier ist es ihr wieder gelungen, richtig tief unter die Haut zu gehen.

Kaum ein Leser wird nach der Lektüre dieses Buches dasselbe aus der Hand legen und so weitermachen wie zuvor. Dieser Roman geht nahe und zwar aus einem ganz einfachen Grund: was hier geschieht, könnte uns alle treffen. Delphine deVigan hat ein Werk mit zwei parallelen Strängen geschaffen. Da ist einmal der berufliche Strang, der die weibliche Hauptperson Stück für Stück zerstört und da ist der private Strang, an dem es ihr so geht, wie vielen: Immer wieder verpasst sie die Liebe knapp und wird nie erfahren, wie nah sie so oft schon dran war.

Mobbing in seiner reinsten Form

Mathilde leidet und die Autorin lässt sie leiden. Sie, die ehemals erfolgreiche, alleinerziehende Mutter, die ihren Job liebte und nie so ganz verstand, warum all die anderen morgens und abends in der Pariser Metro so graugesichtig und ängstlich aussahen, wird eines Tages gemobbt. Von ihrem eigenen Chef, der große Stücke auf sie hielt und sie protegierte, bis sie es wagte, ihm zu widersprechen. Von da ab erlebt Mathilde die Hölle auf Erden undder Leser leidet mit. Es gelingt dem Kerl, diese Frau systematisch zu ruinieren und seelisch so zu zerstören, dass sie aufgibt.

Knapp daneben ist auch vorbei

So wie sie es auch im Privaten macht. Denn auch wenn sie nur ein wenig andie Aussage einer Wahrsagerin glaubt, ein bisschen Hoffnung hat sie doch, nur fehlt ihr das nötige Quäntchen Glück, das für die Liebe notwendig ist. Amor scheint zu schlafen und so rennen der frustrierte Arzt Thibault und die arme Mathilde – eigentlich wie geschaffen, um einander wieder glücklich zu machen, stetig aneinander vorbei.

Ein Name, den man kennen sollte

Auf tragische Art und in aufkeimender Hoffnung immer wieder zurückgelassen, spielt die Autorin nicht nur mit ihren Figuren, sondern auch mit dem betroffenen Leser. Und das macht sie meisterhaft.

Delphine de Vigan, die sich mit ‚No & Ich‘ auch im Jugendbuchbereich einen Namen gemacht hat, lebt mit ihren beiden Kindern in Paris, arbeitett agsüber in einem soziologischen Institut und schreibt nachts Sozialromane, für die sie dann den einen oder anderen Preis einheimst. Kompliment!

Delphine de Vigan: „Ich hatte vergessen,dass ich verwundbar bin‘, erschienen im September 2010 bei Droemer in gebundener Form, ISBN 978-3426198865, Preis: 18 Euro.

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