Dear Mr. Ahmadinejad

Nein Herr Ahmadinejad, es ist nicht okay, dass sie ihr Atomprogramm fortsetzen. Ich glaube ihnen nicht, dass sie die Kernenergie lediglich für friedliche Zwecke nutzen wollen. Auch ihre vermeintlichen Beweise für die Mythologisierung des Holocausts nehme ich ihnen nicht ab. Dass sie das Existenzrechts Israels negieren, ist ein Verbrechen und ihre Anschlagsdrohungen eine Kriegserklärung an die zivilisierte Welt. Sie haben Glück, dass sich China und Russland einer harten Resolution im Weltsicherheitsrat noch verweigern. Glauben sie mir, ihre Zeit ist abgelaufen. Errichten sie demokratische Strukturen, geben sie Meinungsfreiheit und kümmern sie sich um die Probleme im Iran. Hören sie auf, durch eine aggressive Außenpolitik ihr innenpolitisches Versagen zu verschleiern. Apropos verschleiern: Ist es nicht paradox, wenn sie Frauen gestatten, Fußballstadien zu besuchen, aber gleichzeitig die Kleidungsordnung verschärfen?
 
Sie müssen noch viel lernen Herr Ahmadinejad, allein ihre Herkunft aus armen Verhältnissen wird ihnen nicht mehr lange als Herrschaftslegitimation dienen können. Weltpolitik ist kein Computerspiel, bei dem man den PC ausschaltet wenn es kritisch wird, man kann auch nicht zwischendurch speichern oder ein neues Spiel beginnen. Auf jede Aktion folgt eine Reaktion, tit for tat. Noch ist ihnen der Weg zu einer friedlichen Außenpolitik nicht versperrt und ihre innenpolitischen Probleme können wir auch gemeinsam lösen. Sie wissen ja, dass ich 2008 meine letzte Amtszeit beende. Und sie wissen auch, dass ich ein Workaholic bin. Als Präsident der ältesten Demokratie der Welt, könnte ich ihnen helfen, demokratische Strukturen auch in ihrem Land zu errichten. Ich glaube nicht, dass uns dabei der Islam im Wege steht. Bei uns war es die Religion, die entscheidenden Anteil an der Errichtung der Volksherrschaft hatte. Warum soll das nicht auch mit dem Islam funktionieren? Ihr Volk wird es ihnen danken. Dann brauchen sie auch keine Atombomben mehr um die Innenpolitik in den Griff zu bekommen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
George W. Bush
 
43rd President of the United States of America

7 Meinungen

  1. Was für ein solidarischer, aber absolut blinder Standpunkt…”Als Präsident der ältesten Demokratie der Welt, könnte ich ihnen helfen, demokratische Strukturen auch in ihrem Land zu errichten.”..Haha wie gut das funktioniert wehen wir ja jeden Tag nebenan nich wahr. Was für eine großartige Hilfe es doch von den USA war die Polizei aufzulösen und die irakischen Foltergefängnisse wie zu besten Saddam-Zeiten zu betreiben. ..Bei uns war es die Religion, die entscheidenden Anteil an der Errichtung der Volksherrschaft hatte…Genau, nachdem die Kriege die hierüber geführt wurden ganz Europa verwüsteten. Das hat die Gedanken von Hobbes und Bodin wirklich entscheident geformt das stimmt. Jaja Religion war beim Staatsaufbau schon immer hilfreich gewesen, nich wahr ? ..Wie schön ist es doch auf der guten Seite der Welt zu leben und alle anderen verurteilen zu dürfen wenn sie aufmucken, auch wenn wir sie umzingelt und angeprangert haben und uns anschicken ihre Souveränität zu verletzen. Völkerrecht ja, aber bitte nur für Ja-Sager..

  2. Also ich lebe auf jeden Fall lieber auf der guten Seite! Mir sind die Werte, die die USA und die westliche Staatengesellschaft verkörpern wesentlich sympathischer als diejenigen, die Herr A. predigt!Und immerhin haben die USA aus den Religionsstreitigkeiten in Europa gelernt und die von Jefferson beschworene “wall of seperation” in ihrer Verfassung verankert.Und die Schurken beim Namen nennen wird man ja wohl noch dürfen, oder?

  3. Ein Zitat von Tocqueville: “Der größte Vorzug der Religionen besteht darin, daßsie ganz entgegengesetzteTriebe wecken. Es gibt keine Religion, die das Wünschen der Menschen nicht auf Ziele jenseits der irdischen Güter richtete und die nicht natürlicherweise seine Seele in Bereiche hoch über den der Sinne emporhöbe. Auch gibt es keine, die nicht einem jeden irgendwelche Pflichten gegenüber dem Menschengeschlecht oder im Verein mit ihm auferlegte und die ihn auf diese Weise nicht aus der Betrachtung seiner selbst herausrisse […] Die religiösen Völker sind also naturgemäß da stark, wo die demokratischen Völker schwach sind“(Alexis de Tocqueville: Über die Demokratie in Amerika, Teil II, 5. Kapitel) Tocqueville plädiert für eine Religion, die als Regulativ der Demokratie dient. Ich halte diese Ansicht auch heute noch für aktuell. Daher plädiere ich im Namen von George W. für die Einbeziehung der Religion in den Aufbau der Demokratie im Iran. Das hat nihcts mit Bevormundung und Eingriff in die Souveränität zu tun. Es ist ein Bekenntnis zur Toleranz gegenüber anderen Religionen. Ein Bekenntnis, dass der Iran leider nicht unterschreibt. Es geht also nicht um Missionierung , sondern um den Aufbau von Demokratie unter Einbeziehung von religiösen Gegebenheiten. Hier besteht auch der entscheidende Unterschied zu den Kreuzzügen. Das auch in Demokratien Fehler gemacht werden ist unbestritten, allerdings sollte man eine Staatsform nicht anhand ihrer Nachteile definieren. Oder definierst du eine Ehe über die Scheidung?

  4. >Als Präsident der ältesten Demokratie der Welt,…<Mit Verlaub, den Titel der ältesten Demokratie der Welt beansprucht die Eidgenossenschaft für sich.Im übrigen. Mögen die Interessen udn Ziele des Herrn Bush auch nicht im entferntesten so hehr sein, wie er uns glauben machen will, so tendiere ich doch eher zu demokratischen Grundsätzen, denn zu religiös verbrämten. Zumal solange, als dabei der Verstand nicht über den Hosenbund der männlichen Machthaber heraus zu finden vermag.

  5. Mit Verlaub Aimée, im amerikanischen Selbstverständnis ist Amerika die älteste Demokratie der Welt. Btw. einer Nation, die erst Anfang der 70 Jahre des 20. Jh. das Frauenwahlrecht eingeführt hat, möchte auch ich ungern diesen Titel zuerkennen.

  6. Wie du ganz richtig vermerkst, Stefan, «im amerikanischen Selbtsverständnis». Ansonsten: Touché! :o)))PS: Wählen war in der Schweiz mit durchschnittlich 25- bis 30-prozentiger Wahlbeteiligung nicht wirklich ein Thema für Frauen. Das wurde es erst, als so Geschäfte wie «Invitro-Fertilisation» aufs Tapet kamen. Da wollten wir mitreden.

  7. es wäre toll wenn bush auf kompromisse so eingehen würde, wie sie es tun würden . bush meint doch , dass alle leute aus dem osten terroristen sein könnten, allein diese einstellung zeigt doch , dass bush keine ahnung vom osten hat und dann versucht er die demokratie einzusetzen ohne sich selbst damit auszusetzen .echt krank .

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