Das Land mit den zwei Gesichtern

Nicht nur an der Namensgebung des Nachbarlandes von Thailand
scheiden sich die Geister. Auch das Bild von Burma/ Myanmar ist geprägt von
zwei Seiten. Zum einen ist es ein „buddhistisches Märchenland“, wie es Geo
nennt, ein süd-ost-asiatischer Traum jedes Archäologen und Tempelfans, denn
Burma/Myanmar ist voll von goldenen, glänzenden Pagoden. Zum anderen regieren
die Angst, die Diktatur und der Opiumhandel.
 

Unbekanntes Land

Vielleicht ist es kein Wunder, dass kaum jemand über Burma/Myanmar
nachdenkt. Dank einer strikten Militärdiktatur war es Touristen lange Zeit
nicht gestattet, den Staat zu bereisen. Erst nach und nach durften Reisende
eine, später zwei und nun vier Wochen in das Land. Lange war Burma/Myanmar
isoliert, komplett abgeschottet vom Westen und selbst abgewandt von allen anderen
asiatischen Staaten, Englisch war verpönt.
 

Reich – und doch so
arm

Genau diese knappen 30 Jahre Isolation haben bewirkt, dass
das Land sich das Ursprüngliche Asiens erhalten konnte. Keine Traktoren,
wunderschöne Tempel, die noch Gotteshäuser der Religion wegen sind – und nicht
nur als Touristen-Anlaufstelle dienen. Dennoch hat das Wirtschaftsembargo auch
seine Schattenseiten: Reich an Öl, Gold, Edelsteinen und Gas könnte Burma/Myanmar
auch reich an Geld sein. Doch das Land ist bettelarm – zumindest die
Bevölkerung. Die Ethnienvielfalt ist riesig, mehr als 200 Sprachen sind
offiziell anerkannt. Dutzende Völker sind in diesem Land zusammengewürfelt –
und das ist sehr dramatisch. Und die große Faszination. Burma ist eben ein Land
mit zwei Gesichtern. Pardon, Myanmar.

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