Das Ende der (Fußball-)geschichte

Die ersten organisierten Fußballspiele in dessen „Mutterland“
ähnelten noch stark dem Rugby. Kein Wunder, denn schließlich waren ehemalige
Rugbyspieler am Werke. Die trieben den Ball entlang einer Reihe von zehn Mann
auf die gegnerische Abwehrwand zu. Mit beinhartem Einsatz wurde dann versucht das
Leder einzunetzen. Schnell fanden einige gewitzte Strategen heraus, dass es sinnvoll
wäre den Spielern auf dem Feld bestimmte Rollen zuzuweisen.
 
Die klassische Aufteilung in Abwehr, Mittelfeld und Angriff
war geboren. Eine Revolution für damalige Verhältnisse. Spieler wurden anhand
ihrer Fähigkeiten auf bestimmte Positionen gestellt. Ein langsamerer, robuster
Spielertyp war prädestiniert für die Abwehr, während schnelle, schusstarke Spieler
im Angriff wirbelten.
  


Der Faktor Spielmacher

 
Das Mittelfeld stellten ballsichere Kicker mit Übersicht. Unter
ihnen grundsätzlich der stärkste Fußballer der Mannschaft. Auf diesen
Spielmacher baute das gesamte System eines Teams auf. Er bekam die Bälle aus
der Abwehr, leitete Angriffe ein oder dribbelte selbst in den Strafraum um für
Torgefahr zu sorgen. Viele Spieler dieses Typs sind bis heute unvergessen: Puskas, Maradona oder Beckenbauer waren die Helden ihrer Fußballepoche.
 
Ich behaupte jedoch, und da werden mir viele Recht geben,
dass Beckenbauer, Maradona oder wie sie alle hießen im heutigen Fußball nicht
mehr die Leistungen zeigen könnten, wie noch zu ihrer Zeit. Der Fußball und die
einzelnen Spieler haben seit dem eine enorme Entwicklung durchgemacht. Vorbei
sind die Zeiten in denen ein Spieler unbehelligt bis zum 16-Meter-Raum des Gegners
dribbeln konnte ohne ernsthaft angegriffen zu werden. Die Räume sind enger
geworden und die einzelnen Spieler vielseitiger.


„Fußball total“

Bei der WM ´74 leiteten die Niederländern eine neue Ära ein.
Auch wenn das Team im Finale den Deutschen (und das war auch gut so!) unterlag,
waren sich alle einig: hier hat die bisher beste Mannschaft der
Fußballgeschichte gespielt. Und damit war der Grundstein zum Fußball wie wir
ihn heute kennen gelegt.
 
Heutzutage muss eine international erfolgreiche Mannschaft elf
Allrounder aufbieten können. Selbst ein Abwehrspieler muss sich in die
Offensive mit einschalten. Flexibilität ist das Stichwort! Ein modernes
Spielsystem bezieht alle Mannschaftsteile in die Offensive und in die Defensive
mit ein. Der Ballführende Spieler sollte in jeder Situation drei
Anspielstationen haben. Das setzt voraus, dass sich das Team als ganzes auf dem
Spielfeld verschiebt.
 
Doch was kommt als nächstes? Gibt es noch eine weitere Stufe in der
Entwicklung? Ich denke nein! Mit dem heutigen Spielsystem ist ein Höchstmaß an Flexibilität
und Effizienz erreicht. Einzig und allein auf der Individuellen Ebene ist noch
etwas rauszuholen. Viele Spieler schöpfen ihr Potenzial noch nicht aus.
Klinsmanns „Fitnesswahn“ zeigt wohin es gehen kann. Mit perfekt austrainierten Fußballern
ließe sich noch wesentlich mehr aus dem „Fußball total“ herausholen. Das
sollten auch endlich mal einige Bundesligatrainer wie die engstirnige „Dancing
Queen“ Neururer begreifen. 

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