Bundesliga adé ?begrüßen wir die Postbank-Bundesliga!

Schon ab der nächsten Saison könnte die DFL unter ihrem neuen Namen Postbank-Bundesliga in den Medien auftauchen. Dafür würde das Kreditinstitut
pro Spielzeit ca. 35 Millionen Euro abdrücken. Klar, dass Vereine und Ligaverantwortliche bei einer solchen Summe einen gemeinsamen Tenor anstimmen
und das Projekt befürworten.
 
Doch wohin führt das alles noch? Zuerst verramschen die
Vereine ihre traditionsbehafteten Stadionnamen an den Höchstbietenden und jetzt
geht es unserer Bundesliga an den Kragen. Haben wir hier bald Österreichische Verhältnisse?
Ich sehe es schon vor mir. Kommentatoren verkommen zu billigen Marktschreiern,
wenn sie Partien wie SV „Trigema“ Bremen gegen FC „Telekom“ Bayern in der „Becks
Arena“ ansagen müssen.
 
Und damit wäre noch lange nicht alles ausgeschöpft. In nicht
allzu ferner Zukunft höre ich schon Werner Hansch, wie er Danksagungen an
seinen Hauptsponsor Früh Kölsch über den Äther jagt. Oder Spieler, die für individuelle
Sponsoren an Trikot, Stutzen und Schuhen werben. Und auch wir Fans können noch
was dazu verdienen. Ganze Blocks werden vor den Spielen mit entsprechender
Kleidung uniformiert. Dafür gibt’s dann Bier und Knackwurst. Und so weiter, und
so weiter. Dem Sponsoring sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt.
 
Das ist natürlich etwas überspitzt dargestellt. Ich sehe ja
ein, dass der deutsche Vereinsfußball Geld braucht, und das nicht zu knapp, um auf
europäischer Ebene mal wieder Erfolge einzufahren. Und Aktionen wie solche
spülen sicher auch Euros in die Vereinskassen. Dennoch sollten die Verantwortlichen
über weniger aggressives Sponsoring nachdenken –Traditionen müssen schließlich
gewahrt bleiben. Die Holländer machen es vor: deren oberste Spielklasse hat
ebenfalls einen Sponsor, allerdings hat der nur einen Platz auf dem Logo bekommen.
Das ist doch eine wesentlich erträglichere Lösung, mit der auch ich mich
anfreunden könnte.

4 Meinungen

  1. Och, da gewoehnt man sich dran. Hier in England heisst die Premier League schon seit Ewigkeiten Carling Premiership oder Barclays Premiership oder wer auch immer gerade der Sponsor ist.Das wird dann ab und zu mal erwaehnt und steht vielleicht auch bei der Tabelle oben drueber, aber im normalen Sprachgebrauch wird das im grossen und ganzen ignoriert und halt als Premier League oder Premiership bezeichnet.

  2. So unproblematisch finde ich das nicht. Bei einigen Stadiennamen hat sich bei mir schon der Sponsorenname eingebürgert. Den Volkspark nenne ich zum Beispiel schon aus Gewöhnung AOL-Arena. So sehr ich mich auch damals gegen die Umbennenung gestreubt habe…Mich stört einfach die ständige Präsenz von irgendwelchen Markennamen, auch wenn sich das in Deutschland noch in Grenzen hält. Wehret den Anfängen!

  3. Update:Wie es scheint hat die Telekom wieder die Nase vorn. Also bald Telekomliga statt Bundesliga…das gleiche in Grün.

  4. ich wäre dankbar wenn es denn wenigstens die Beck´s Arena wäre. bei unserem glück bekommen wir vermutlich wieder sowas grausames wie KIK als erwerber der stadionnamensrechte.

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