Bremen vs. Bayern ?ein Klassiker

Die Plätze waren erste Sahne. Wir saßen fast direkt am
Spielfeldrand auf Höhe des 16-Meter-Raumes. Mit Bier und Bratwurst bewaffnet
erwarteten wir den Anstoß. Dann der Einlauf beider Mannschaften mit Fußballkids
–langweilig. Das gab uns die Möglichkeit die Aufstellung beider Teams noch mal
zu rekapitulieren: bei den Bayern fehlte Lucio mit Rückenproblemen, während die Bremer auf Frings verzichten mussten, der immer noch an einer Wadenprellung
laboriert.
 
Endlich der Anpfiff durch Schiri Merck. Die Anfangsphase war
geprägt von leichtfertigen Fehlern auf beiden Seiten. Dieses bekamen die Bremer
schneller in den Griff und begannen nach wenigen Minuten die Bayern in der
eigenen Hälfte agressiv anzugreifen. Daraus resultierte auch die erste „Minichance“
für Klose (13.). Der hatte sich den Ball im 16er der Bayern zurechtgelegt und
aus halbrechter Position abgezogen. Kahn stand gut und faustet den Ball aus der
Gefahrenzone.
 
Brenzliger wurde es da schon zwei Minuten später. Owomoyela gewinnt
ein Kopfballduell im Mittelfeld und schickt Klose. Der Nationalstürmer legt
quer auf Valdez, der aus 13 Meter nur noch einschieben muss. Olli Kahn verhindert
den Treffer allerdings mit einem großartigen Reflex.
 
Von den Bayern war weiterhin kaum etwas zu sehen. Ein Fehler
von Tim Wiese nach einer Ecke bescherte den Münchenern ihre erste Torchance. Der
Bremer Schlussmann konnte den Ball nicht festhalten, Makaay setzt seinen Schuss
aber neben das Tor. Der Rekordmeister lebte in dieser Phase fast ausschließlich
von Standartsituationen.
 
Dann wurde Werder für sein aggressives und aktives Spiel
beloht. Klose setzte sich auf der linken Seite gegen Demichelis durch und
flankt auf Borowski. Der muss jedoch gar nicht mehr eingreifen, denn
Schweinsteiger köpft den Ball gezielt links oben ins eigene Tor –Kahn war
chancenlos.
 
Jetzt sahen wir einen wütend anstürmenden Rekordmeister. Nach
einer schönen Kombination schießt Ballack aus ca. 16 Metern aufs Tor. Doch Wiese
ist da! Mit einem Weltklassereflex hält der die Führung der Bremer fest. Kurz
vor der Pause wird ein Pizarrokopfball wegen klarer Abseitsstellung aberkannt.
Glück für die Werderaner in dieser Phase.
 
Pause. Zeit für ein neues Bier und für Auswechslungen. Magath
brachte mit Zé Roberto und Salihamidzic zwei frische Spieler. Und das machte
sich bezahlt. Die Bayern kamen klar besser aus der Kabine und bauten Dauerdruck
auf. Chancen folgten im Minutentakt: Demichelis in der 55., ein Ballackschuss in
der 56. und wieder Demichelis in der 59.
 
Bis zur 79. Minuten hielt die Bayernoffensive an, jedoch
ohne messbaren Erfolg. Dann, gerade als Felix Magath den Druck mit Guerrero und
Santa Cruz noch erhöhen wollte, der zweite Treffer für die Bremer! Ausgerechnet
durch den für Micoud eingewechselten Dänen Jensen. Der war auf einmal durch,
und lief allein auf Kahn zu. Auch hier hatte der Ex-„Titan“ keine Chance. 2:0,
das Ding war gelaufen!
 
Doch Bremen kannte keine Gnade: in der 83. trifft Borowski auch
noch und kürt damit seine gute Leistung. Ein klarer Sieg für die Bremer, der in
der Höhe allerdings etwas schmeichelhaft ist. Bayern hatte mehrfach die Chance
das Spiel beim Stand von 1:0 zu drehen. Aber da hat sich mal wieder eine
Fußballweisheit bewahrheitet: wer die Dinger vorne nicht macht, kriegt hinten
einen eingeschenkt. In diesem Fall zwei.

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