Bombige Weihnachtsstimmung

Der BND gibt dennoch teilweise Entwarnung. Da die islamistischen Terroristen nicht einschätzen können, wann genau Weihnachten ist, werden sie sich wahrscheinlich nach der Weihnachtsdekoration und der weihnachtsspezifischen Konsumartikelschwemme richten. Die Anschläge konnten sich also schon irgendwann ab Ende Juli ereignet haben und da noch nichts passiert ist, könnte das als gutes Zeichen gewertet werden. Laut dem Journalistenbespitzelungsdienst seien bevorzugte Ziele die überfüllten Züge während der Weihnachtszeit, mit denen Verwandte zueinander fahren, um sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen. Einer Umfrage nach befürworten auf einmal ungewöhnlich viele Ehemänner, die Schwiegermutter doch dieses Jahr einzuladen und waren sogar bereit die Fahrtkosten zu übernehmen. Auch der Einzelhandel reagierte sofort auf die Meldung und verstärkte seine Weihnachts-Sonderangebote für Särge. Auf die fünfer Familienpackung gibt es jetzt 20% Rabatt.

Auch die Bahn versprach trotz möglicher, in diesen Fällen nicht durch Bahnpersonal verursachten Explosionen die Verspätungen zu reduzieren. Die Wagons können über einen Mechanismus noch während der Fahrt einzeln abgekoppelt werden. Sollte der hintere Teil es also einem Weihnachtsbaum mit minderwertigen Lichterketten gleich tun und dekorativ in Flammen aufgehen, dann kann er abgekoppelt werden und der vordere Teil fährt planmäßig weiter. Der Zug hätte praktisch keine Verspätung, nur noch einen Teilausfall je nach Sitzplatz des Attentäters. Und wer anschlagsfrei Reisen möchte, der könnte sich jetzt noch einen Platz in den gepäckfreien Nudistenzügen sichern.

Mögliche andere Ziele könnten aber auch die großen Weihnachtsmärkte sein. Ein als Weihnachtsmann getarnter Terrorist hätte dort die Möglichkeit sich unbemerkt unter die Menge mischen. Ziehen Sie also im Zweifelsfall an seinem Bart, wie es die Bundeskanzlerin als Zeichen erhöhter Wachsamkeit von den Bürgern verlangt. Ist der Bart so echt wie der der Kanzlerin, dann wird der Verdächtige schreien und es ist zu vermuten, dass sich in seinem Sack keine Geschenke befinden, sondern nur eine schöne Bescherung für die Kriminalmediziner, die über die Feiertage die verschiedenen Fingerkuppen mit den richtigen Fingermittelteilen wieder zusammenpuzzeln müssten.

Doch nicht alle reagierten auf die Anschlagswarnung mit Entsetzen. Einige erwägen es als echte Alternative zum tot-getrampelt-Werden beim alljährlichen Einkauf, schließlich ist eine Explosion definitiv schneller und schmerzloser. Auch würde man dem Geschrei der Kinder und dem Kaufrausch der Frau entgehen. Wenn Sie im nächsten Monat also brennende Züge, abgerissene Bärte und Familieväter mit einem Brustschild „freiwilliges Terroropfer" sehen: nicht wundern, einfach weiterlaufen.

Keine Meinungen

  1. Respekt, dieses Mal haben Sie das wortwörtliche Abschreiben von der wikipedia-Seite (Stichwort: Fronleichnam) tatsächlich gut hingekriegt. Nur, dass ich diese schon gelesen hatte, bevor ich mir Ihren Text dazu anschaute. Daher war mir jedes Wort schon bekannt. Gähn! Auf diese simple Weise könnte ich problemlos auch ein eigenes Glaubensblog aufmachen und mich als Pastorin ausgeben.

  2. Wenn Sie die fundierte Kommentierung auch hinbekommen und die komplexen theologischen Probleme im Griff haben, würde ich mich über Sie als Kollegen/Kollegin freuen, aber Sie haben es ja nicht so mit dem Glauben. Aber vieleicht versuchen Sie es mal mit einem Atheistenblog – auch dazu sind Sie herzlich eingeladen. So, ich muss jetzt zum Miststreuen nach draussen – schliesslich ist ja Fronleichnam. Ich hoffe, Sie ärgern sich als ehemaliger Katholik / ehemalige Katholikin nicht allzusehr darüber. 😉

  3. Bei euch muss ich immer an Delling und Netzer denken. Oder an Stadler und Wadorf. Ich würde mir ein eigenes Blog von Euch wünschen. Aber das ist es ja schon fast. Macht weiter so!

  4. Ich mich ärgern? Nein, nein, wo denken Sie nur hin, lieber Herr Conrads, über Ihre provokante anti-katholische Protestaktion des Mist-Streuens unter die kath. Fronleichnamsprozession durch einen kompetenten, evangelischen, erwachsenen Vikar könnte ich mich doch nicht ärgern, wenn Sie auf so vorbildliche Weise ihren Schäfchen zeigen wollten, wie Toleranz gegenüber Andersgläubigen zu funktionieren hat. Ist doch nur beste alte Religionstradition. Lieber Islam und Kopftuch im Dorf als Katholiken, was, haha! Eine derartige Mist-Aktion Ihrerseits trüge sicherlich deutlich zur Unterstützung des jüngsten, innigen Wunschvortrages Ihres Vorgesetzten Bischof Huber bei, die beiden Großsekten mögen einander doch endlich gegenseitig als Kirchen anerkennen. Gehen Sie also nur ruhig Miststreuen, ist ja Ihr Dorf, das Sie da verstinken und Ihr Job, den Sie da riskieren. Auf diese Weise hätte die Stadtverwaltung wenigstens wieder 1-Euro-Reinigungsjobs für Arbeitslose zu besetzen, die hinterher wieder alles von den Straßen wegkehren dürfen, den evangelischen Mist und die katholischen Blumenköpfchen. Da wollen Sie doch nicht dabei sein, oder? Aber ich falle Ihnen ja nicht wirklich auf jeden „Mist“ herein: Im Gegenteil bin ich ziemlich sicher, dass Sie eher schön brav vor dem Fernseher gesessen und die WM verfolgt haben, anstatt, dass Sie um 16 Uhr nachmittags einige Stunden zu spät hinter einer längst beendeten Prozession mit der Mistgabel hinterher gerannt sind. (Ihr Eintrag war schließlich um 15.41 Uhr) ;-)) Aber man lernt ja trotzdem immer wieder so viel Neues von Ihnen. Ihrer eigenen, wie Sie selbst ja schon sagen, fundierten und komplexen Kommentierung in Glaubenssachen kann ich wahrlich keineswegs auf Augenhöhe das Wasser reichen und bekomme diese tatsächlich manchmal nicht recht in den Griff, ich Diplom-Dummerle. Trotzdem möchte ich eine kleine Korrektur Ihrer Bemerkung anbringen dürfen: Ich befinde mich nicht in einem erklärt-atheistischen Status, wie Sie mir ein kleinwenig zu unterstellen belieben. Das könnte ich ja nur sein, so ich einen Gott überhaupt als existent anerkennen würde, um ihn dann erst in der Opposition leugnen zu können. Dem ist aber nicht so. Ich war eher zwangskatholisiert von der Taufe an, über Kindergarten, Grundschule und weiter bis zum Ende des Gymnasiums durch Religionsunterricht als Pflichtfach. Danach durfte ich frei denken. Heute bin ich einfach nur ein kritischer, realistischer und humanistischer Mensch. Und nur als solcher könnte ich daher gemäß Ihrer freundlichen Anregung bzw. herzlichen Einladung (wohin?) ein eigenes Blog aufmachen. Aber in Sachen Humanismus bin ich ja schon lange auch anderweitig und anderswo tätig. Ein ganz klein wenig traurig bin ich, dass Sie eine persönliche Mitteilung in einem meiner Kommentare völlig übersehen haben, nämlich, dass ich weiblich bin und Mutter zweier großer Söhne, und Sie sich die Schrägstrichsache bei Kollege/Kollegin oder Katholik/Katholikin im Bezug auf mich persönlich sonst ersparen hätten können. Macht nichts, dafür war mir wiederum nicht klar, was hinter Ihrem ausgeschriebenen Namen diese zusätzliche Bezeichnung P. bedeutet, weil man Vikar doch normalerweise mit V schreibt. Aber was weiß schon ich Uneingeweihte von der evangelischen Kirchenhierarchie und deren Geheimnisse, ich habe ja nur wikipedia zur Verfügung und hoffe daher stark auf Sie. Viel Spaß noch beim (wie Sie selbst schreiben) „Schön-Fussie-Kucken inner Kirche“, ein Ausdruck, der mir nachträglich viel Spaß bereitete, weil ich im ersten Moment eine gestrenge Aufforderung an die Gläubigen darin vermutet hatte, beim Betreten der Kirche schön demütig den Kopf gesenkt zu halten und permanent auf die eigenen Fußspitzen hinunterzustarren. Ich werde bei der WM schön abergläubisch beide Daumen drücken. Hilft bestimmt! Servus aus meinem schönen München, wo seit dem Eröffnungsspiel eine friedliche, fröhliche und bunte Hölle los ist.

  5. Sie machen mich fast ein wenig verlegen. Offenbar haben Sie bei der Recherche die – veraltete! – Seite meiner Vikariatsgemeinde ausfindig gemacht. Wie sollten Sie sonst auf den Trichter mit dem Vikar gekommen sein. Aber mein Vikariat ist seid geraumer Zeit (Kirchen-) Geschichte. Eine Hierarchie kennen wir im Übrigen – Gott sei es gedankt – seit 500 Jahren nicht mehr.Noch ein kleiner Nachtrag: Ihnen ist wohl der Artikel auf http://www.katholisch.de durch die Lappen gegangen, denn den habe ich zuerst gelesen, um dann erst bei Wikipedia weiterzuforschen. Aber die Sache mit der Verfügbarkeit des Leibes Christi in der Monstranz, die Martin Luther anprangert, die wussten beide Autoren nicht – im Gegensatz zu uns beiden ;-)Das mit Ihren Familienverhältnissen tut mir aufrichtig leid, aber das eine oder andere kann man bei der Wucht Ihrer Texte schon mal nicht präsent haben.Grüßen Sie Ihre Söhne bitte recht herzlich.Ihr Frank Conrads P.

  6. Auf den Trichter mit dem Vikariat bin ich zuerst gekommen, weil Sie ja hier bei Ihrer persönlichen Vorstellung Frank Conrads neben Ihrem Foto im relativ neuen Glaubensblog eben nur schreiben “Vikariat in Flintbek”, und nichts von “Pastor in Flintbek”. Sind Sie jetzt nicht mehr dort oder gibt es da jetzt 3 Pastoren? Und grüßen Sie Ihren Sohn auch recht herzlich, aber womöglich ist das auch schon etwas veraltet und es gibt noch mehr Nachwuchs inzwischen, wer weiß.

  7. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, selbst als Vorlage zu dienen, aber irgendwie hat die Sache ja zwei Seiten. Einerseits ist es schon etwas schmeichelnd, aber andererseits wird man schon aufs körperliche herabgestuft. Naja, man wird es ja niemals rausfinden, wer denn alles so über was fantasiert.

  8. Ich selbst habe das auch oft, ja ich rede von der fantasie einen Mann zu begehren den ich selbst schonmal getroffen habe…es fällt mir nicht schwer ihn gleich darauf an zu sprechen!
    Schließlich ist es ein Traum, zwar oft mich gefühls echtem Orgasmus aber ein Traum!
    Wenn man offen und ehrlich davon spricht kann er real werden! Es hat nicht unbedingt was mit dem Körper zu tun (meine Meinung) Ich habe auch schon oft erfahren dass jemand in dieser Art ein Traum von mir hatte! Schämen muss man sich dafür nicht. Es ist schmeichelhaft. Besser wenn man diese Fantasie wärend der Selbstbefriedigung (selbst im Traum) hat als sie real mit gewalt auzu führen! Viele machen das aber leider falsch siehe an die vergewalltiger, sie könnten ebenso davon träumen..nein das reicht ihnen nicht also holen sie sich das mit gewalt was sie sich nicht im Traum vorstellen können so zu bekommen!

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