Audi TT-RS Test: Gönn dir!

Der neue Audi TT-RS beantwortet die Frage „Darf es etwas mehr sein?“ unzweideutig: Ja! Sogar sehr viel mehr, als der der TTS mit 310 PS bietet. Wir hatten beim TT-RS Test mit dem 400-PS-Kracher jedenfalls richtig Spaß.

Der neu entwickelte 2.5 TFSI des Audi TT-RS mit direkter und Saugrohr-Einspritzung mobilisiert bei 26 kg weniger Gewicht als in seinem Vorgänger mit 294 kW/400 PS glatte 60 PS mehr. Das maximale Drehmoment von 480 Nm liegt zwischen 1.700 bis 5.850 Touren an, womit eines klar ist: Es liegt immer genügend Druck an, um den Audi Sportwagen richtig schnell nach vorn zu bringen. Nicht? Na, dann mal feste aufs Gas gelatscht, und in 3,7 in den Sitz gepressten Sekunden prescht das TT-RS Coupé von 0 auf 100 km/h. Auf Wunsch sind statt 250 auch 280 Sachen drin. Und wie der Hobel dank Zündungen benachbarter und weit entfernter Zylinder losgrollt, ist unbeschreiblich. Zum Suchtmittel wird das Auspuffgebrüll bei Öffnung der Auspuffklappen, da klappt dann auch direkt das Messer in der Hose auf.

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Beim TT-RS Test bleib definitiv kein Auge trocken

Die Kraftübertragung obliegt beim Audi TT-RS Test selbstverständlich dem quattro-Allradantrieb, der hier erstmals ins drive select eingebunden und somit auch darob beeinflusst werden kann. Besonderer Spaß: die in die wie gehabt makellose Siebengang-S tronic integrierte Launch Control, die den Bock wie ein Katapult abschießt, da wird jede rote Ampel zur lappengefährdenden Versuchung. Das straffe Fahrwerk brillierte beim Parforce-Ritt über den Jarama Circuit nahe Madrid, denn auch als Laie ließ sich das Audi Coupé problemlos durch enge wie weite Kurven prügeln – klar, bei Übermut rutscht er über die Vorderräder, doch war er alles andere als giftig oder gar hinterfotzig. Die Progressiv-Lenkung mit Alcantara-bezogenem Volant aus dem Audi R8 arbeitete präzise, die optionalen Carbon-Keramik-Bremsen vorn verzögerten die Fuhre problemlos und sparten 13 kg ungefederte Massen ein.

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Audi TT-RS sportlich, aber nicht spartanisch

Schon vor der ersten Kurve nach der Boxengasse steht beim Audi TT-RS Test Tempo 160 auf dem RS-Tacho des 12,3 Zoll großen Bildschirms vom Audi virtual cockpit. Der bleibt als dritte Darstellungsoption dem regulären TT vorenthalten und bildet Fahrdynamik-spezifische Informationen rund um den zentralen Drehzahlmesser ab. Dazu rot abgesteppte Sportsitze mit Seitenhalt en mass, rote Ränder an Luftdüsen und Gurten sowie hochglanzrote Zierelemente, so ließ es sich im TT-RS formidabel aushalten. Audi-typisch fielen Materialgüte und Verarbeitung erwartungsgemäß mustergültig aus, doch bei einem Startpreis von 66.400 Euro für das Coupé und 69.200 Euro für den TT-RS Roadster wäre alles andere auch enttäuschend.

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Der Audi TT-RS war absolute Spitze

Das Fazit vom Audi TT RS Test fällt kurz und knapp aus: auch dank des komplett deaktivierbaren ESP mit radselektiver Momentensteuerung und RS-spezifisch abgestimmter Sport-Stellung überragender Fahrspaß gepaart mit erfreulich niedrigem Verbrauch – im Schnitt sind es beim Coupé 8,2 l/100 km – und drehfreudigem wie potentem Reihenfünfzylinder, die Wucht in Tüten. Da war das Wahren der Countenance wahrlich kein Kinderspiel. Mängel fanden sich an unsrem Catalunya-roten Überflieger mit dem feststehenden Heckflügel und den bahnbrechenden OLED-Rückleuchten keine, die dringliche Empfehlung lautet: Auf zum Audi Händler und Vorbestellung durchdrücken.

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Bilder: Audi AG, Arild Eichbaum

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