APPD ?die etwas andere Partei

Mitte der 90er Jahre bin ich zum ersten Mal auf die
Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands aufmerksam geworden. Die Landtagswahlen
in Bremen wurden gerade abgehakt, da rüttelte eine Meldung die gutbürgerliche
Wählerschaft auf. Eine bis dato unbekannte Partei, die APPD, hatte es geschafft
genug Stimmen zu sammeln, um Wahlkostenrückerstattung zu erhalten. Anstatt dieses
Geld aber für sinnlose Dinge wie Wahlwerbung zu horten, setzten die
Verantwortlichen alles in Dosenbier um und verteilten dies in der Bremer
Innenstadt. Beeindruckt von dieser generösen Aktion habe ich mich intensiver
mit ihrem  Kampfprogramm auseinandergesetzt und herzlich gelacht.
 

Ein Parteiprogramm sonder gleichen!

 
Das kleine Heftchen wir seither wie ein Schatz von mir
gehütet. Es wartet mit geradezu visionären Forderungen auf und beschreibt eine
Welt jenseits von Ordnung und Bürgertum. Beispiel gefällig: Die APPD teilt
Deutschland geistig schon mal in drei Zonen ein, in denen jeweils eine „Pogo-Rasse“
untergebracht wird. Eine für die arbeitende Bevölkerung, eine für Asoziale und
eine für gewalttätige Schläger. Diese Zoneneinteilung möchte die Partei im Übrigen in
einem Deutschland verwirklichen, welches die Grenzen des Heiligen Römischen
Reiches Deutscher Nationen von 1237 hat –richtig so! Nicht kleckern sondern
klotzen!
 
Neben dieser staatlichen Restrukturierung sieht das Programm
auch einschneidende Änderungen auf der individuellen Ebene vor. Die APPD steht
für die „ultimative und totale Rückverdummung der Menschheit“. Überflüssiges Wissen
und unnötige Bildung verderben die Seele wie „schleichendes Gift“ und muss in
einem “Akt lustvoller Befreiung abgestreift werden“ (Besäufnis). Und das ist
noch lange nicht alles. Das Programm strotzt geradezu vor Innovation und revolutionärem
Geist.
 
In den letzten Jahren ist es allerdings ruhig geworden um die APPD. Grund
dafür ist mit Sicherheit auch der Rücktritt des Vordenkers und Bundestagskandidaten
Karl Nagel. Seit dem tritt die Partei selten in den Fokus der Öffentlichkeit.
Schade eigentlich wie ich finde. Wer so unbekümmert an die großen Probleme
unserer Zeit herangeht und diese mit erfrischenden und einfachen Lösungen
(Jungenrente statt Jugendarbeitslosigkeit) anpackt sollte einfach mehr Gehör bekommen.
Ich sage ja zur APPD! 

Eine Meinung

  1. Bernd Zalberius

    Die APPD ist voll ok. Die trauen sich mal auszusprechen was die anderen Denken.
    Arbeit ist eben Scheiße…

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