Adbusting: Anti-Werbe-Feldzüge von Guerilla-Aktivisten

Adbusting (das Wort ist zusammengesetzt aus der Kurzform für “Advertising”, also Werbung, und dem Verb “to bust”, sinngemäß: zerschlagen, kaputtmachen) und Subvertising (eine Kreativschöpfung aus “subversive”, also subversiv, unterwandernd, umstürzlerisch, und “Advertising”) sind Formen der Straßenkunst, in denen tatsächliche Werbeplakate oder Logos kreativ umgewandelt werden. Umgewandelt zu dem, was die Botschaft der Adbuster ausmacht: die direkt am Objekt angesetzte, auf den Punkt gebrachte Kritik am Konsum und Kapitalismus.

Adbuster bringen es auf den Punkt

Dabei geht es darum, innerhalb des Vertrauten, also im Logo, im Design selber die Botschaft mit minimalen Mitteln zu platzieren. Wenn zum Beispiel das Logo der bekannten, aber wegen manch zweifelhafter Kontakte umstrittenen Tier- und Umweltschutzorganisation WWF mit dem Pandabären durch die Adbuster einfach mit einem Fragezeichen über dem Bärenkopf und den Buchstaben WTF statt WWF versehen wird, ist die Aussage deutlich und erreicht jeden, der sich, und wenn auch nur per Automatismus, für den WWF interessiert.  Genau die Logos, Corporate Designs und Kampagnen, in die Firmen Millionen investiert haben, um sie in Look, Farbe, Gestaltung optimal im Unterbewusstsein der Konsumenten einzuprägen, werden vom Adbuster auf einfache, kostengünstige und unschlagbar effektive Weise zur Aufdeckung der Werbelügen und Skandale hinter der bunten Oberfläche genutzt. Adbusting verändert das Bewusstsein –  gerade da, wo es eigentlich am meisten manipuliert werden soll.

Adbusting von Amerika nach Deutschland

Seinen Ursprung hat Adbusting in Kanada. 1989 wurde dort die Adbusters Media Foundation gegründet, eine Organisation, die es sich zum Ziel gemacht hatte, dem um sich greifenden Markenwahn kreativ entgegenzuwirken. Die Idee verbreitete sich schnell, gerade in den USA, wo in den 90ern viele Organisationen mit verschiedenen Schwerpunkten entstanden. So widmete sich zum Beispiel die Organisation Law & Democracy insbesondere dem Einfluss, den die Konzerne auf die Regierung ausüben.

In Deutschland ist Adbusting besonders in den Großstädten wie Berlin und Hamburg vertreten. Auch vor Wahlplakaten machen die Adbuster nicht Halt, und so mancher Wahlslogan, der von den Großparteien teuer eingekauft wurde, macht, leicht, aber schlagend verfremdet, auf die Realität hinter den Wahlversprechen aufmerksam.

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