29.11.1935: Einweihung der Deutschlandhalle in Berlin

Sie wurde anlässlich der Olympischen Spiele 1936 errichtet, war ein Prestige-Objekt der Nationalsozialisten und beherbergte Muhammed Ali, Jimi Hendrix und die Stones: Die Deutschlandhalle in Berlin-Charlottenburg war ein Bau mit einer ambivalenten Geschichte.Ihre Einweihung jährt sich jetzt zum 80. Mal.


„Größte Halle der Welt“

Die Deutschlandhalle in Berlin war ein Bau der Superlativen: Die 117m lange, 83m breite Stahlkonstruktion wurde vom Hallendirektor Franz „Ferry“ Ortmann und dem Bauunternehmer Fritz Wiemer (Fa. Wiemer und Trachte) konzipiert und in der Rekordbauzeit von nur neun Monaten fertiggestellt. Die Halle bot ja nach Innenaufbau bis zu 16.000 Menschen Platz und war bei ihrer Einweihung am 29.11.1935 unter dem Beisein des „Führers“ die größte Mehrzweckhalle der Welt.

Veranstaltungsort des Regimes

Neben zahlreichen volkstümlichen Massenveranstaltungen wie die Zirkusshow „Menschen-Tiere-Sensationen“ wurde die Halle in den Jahren des Nationalsozialismus immer öfter von der Partei für eigene Veranstaltungen genutzt. Bei den Olympischen Spielen 1936 fanden in ihr die Ringer-, Gewichtheber- und Boxturniere statt. Auch der erste Indoor-Hubschrauberflug wurde in der Deutschlandhalle durchgeführt: Während einer Veranstaltung im Jahr 1938 hob die Pilotin Hanna Reitsch mit der Focke-Wulf Fw 61, dem ersten wirklich flugfähigen Hubschrauber der Welt, ab.

Zerstörung 1943, Neuaufbau Mitte der Fünfzigerjahre

Eine Brandbombe machte der Deutschlandhalle bei einem Luftangriff 1943 den Garaus. Nach dem Beschluss des Wiederaufbaus 1949 sollte es bis zur Wiedereröffnung noch bis zum Jahr 1957 dauern. Von dann wurde die Halle der Ort für große Unterhaltungsshows: „Menschen-Tiere-Sensationen“ wurde wieder aus der Versenkung geholt, und „Holiday on Ice“ und das Sechstagerennen hielten regelmäßig Einzug. Muhammed Ali hatte hier einen großen Boxauftritt, und auch die Rockmusik hielt hier regelmäßig Einzug: In der Halle spielten so große Namen wie AC/DC, die Stones, Abba, Queen, David Bowie sowie Jimi Hendrix. Größtes Event der Nachkriegs- und Nach-DDR-Zeit war vielleicht das „Konzert für Berlin“, das am 12.11.1989 – nur drei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer – mit vielen deutschen Musikern der damaligen Zeit die friedliche Revolution zelebrierte.
Das endgültige Ende kam dann 03.12.2011, als das Dach der ehemals größten Mehrzweckhalle der Welt wegen baulicher Mängel und zu hoher Renovierungskosten gesprengt wurde. Kurz danach wurde auch der Rest abgetragen.


Foto: Thinkstock, 501830509, iStock, ArminStautBerlin

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