16 Blocks

Wer sich das Warten auf Stirb Langsam 4 verkürzen möchte, kann sich die Zeit mit 16 Blocks vertreiben. Möchte man zumindest annehmen. Bruce Willis spielt darin den abgehalfterten New Yorker Cop Jack Mosley, der den Kronzeugen Eddie Bunker, gepielt von Mos Def (Hitchhiker's Guide to the Galaxy), in das 16 (Häuser-)Blocks entfernte Gerichtsgebäude fahren soll, wofür er ganze 118 Minuten – die Filmlänge also – Zeit hat. Klingt nach einer simplen Aufgabe. Wären da nicht die obligatorischen Bösewichte, die natürlich verhindern wollen, dass Bunker vor Gericht aussagt. Also müssen sich der alkoholkranke Cop und die kriminelle Labertasche alsbald zusammenraufen, um die Sache zu überstehen.

Die Geschichte ist nicht wirklich neu. Aber es gibt einige Dinge, die einen VOR Ansehen des Filmes auf ein tolles Erlebnis hoffen lassen: da wäre zunächst einmal Bruce Willis, der selbst in nicht so guten Filmen glänzt – so auch hier. Seine Darstellung des heruntergekommenen Polizisten ist gewohnt klasse. Man fühlt sich in den ersten Filmminuten fast wie in Stirb Langsam 3,5. Auch der Regisseur Richard Donner kann eine Menge Pluspunkte aufweisen; denn er hat neben dem ersten SupermanFilm vor allem mit den großartigen Lethal Weapon – Actionfilmen für Furore gesorgt, zuletzt allerdings mit Timeline auch deutlich geschwächelt. Man wird halt nicht jünger (Donner ist Baujahr 1930).

Anfangs kann 16 Blocks durchaus überzeugen, wie gesagt, man fühlt sich fast wie in einer neuen Die Hard-Ausgabe. Doch mit zunehmender Laufzeit nimmt die Begeisterung für den Film rapide ab. Die Zwischenfälle wirken immer konstruierter, die Spannung lässt ab der Mitte deutlich nach und Mos Def geht dem Zuschauer mit seinen Kommentaren alsbald auf den Geist, was zum Großteil der lahmen und leiernden Synchro zu verdanken ist (die Originalstimme ist allerdings auch nicht viel besser). Auch aus der interessanten Echtzeit-Idee wird nicht wirklich viel gemacht – das kennt man von 24 um Längen besser.

16 Blocks ist somit zwar kein schlechter Film, aber leider auch nicht so gut, als dass man ihn kaufen müsste. Aus der Videothek leihen, um ihn einmal zu sehen, reicht völlig.

TITEL: 16 Blocks (USA 2006)
REGIE: Richard Donner
DARSTELLER: Bruce Willis, Mos Def, David Morse
VERLEIH: Warner Bros.

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