10 Erfindungen, die den Alltag revolutioniert haben

Text über die zehn wichtigsten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte

Hat die sexuelle Revolution erst möglich gemacht: Die Antibabypille kam in Deutschland 1961 auf den Markt.

Für die Entwicklung blauer LED-Leuchten sind gerade zwei japanische und ein US-amerikanischer Physiker mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Für uns ein Anlass, die zehn wichtigsten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte vorzustellen.

1. Das Rad

Lange glaubte man, das Rad sei vor fünf- bis sechstausend Jahren im Zweistromland erfunden worden und habe von dort erst allmählich seinen Weg nach Europa gefunden. Neuer archäologische Funde belegen aber, dass das Rad in Mittel- und Osteuropa zeitgleich erfunden sein worden muss. Räder mit Speichen gibt es seit etwa viertausend Jahren, sie verringerten das Gewicht der genutzten Wagen und machten ihre Handhabung deutlich leichter.

2. Die Uhr

Zeitmesser in Form von Sonnen-, Wasser- und Sanduhren gibt es schon seit Jahrtausenden. Einen Quantensprung bedeutete um das Jahr 1300 die Erfindung der sogenannten Hemmung und die damit verbundene Entwicklung der Räderuhr mit ihrem mechanischen, größtenteils aus Zahnrädern bestehenden Uhrwerk. Die ersten dieser Räderuhren waren fest verankert und nutzen Seilgewichte als Antrieb. Als diese durch mechanische Federn ersetzt wurden, war der Weg frei zur Entwicklung tragbarer Uhren wie das berühmte „Ei“ des Nürnberger Schlossermeisters Peter Henlein, eine Taschenuhr aus dem Jahr 1504.

3. Das Schießpulver

Hartnäckig hält sich der Glaube, das Schießpulver sei im neunten oder gar bereits im vierten Jahrhundert vor Christus eher zufällig in China erfunden worden, doch die Belege dafür sind dürftig. Heute neigt man eher zu der Ansicht, dass das explosive Gemisch aus Schwefel, Salpeter und zerstoßener Holzkohle das Ergebnis jahrhundertlanger Experimente und Weiterentwicklungen der salpeterhaltigen Brandmischungen war, die bereits im Byzanz der siebten Jahrhunderts verwendet wurden. In Europa kam der auch Schwarzpulver genannte Explosivstoff erstmals 1354 bei einer Seeschlacht durch dänische Truppen zum Einsatz.

4. Der Buchdruck

Als Erfinder des Buchdrucks gelten die Chinesen, die schon im neunten Jahrhundert nach Christus Papier bedruckten. Seit dem Jahr 1040 kamen dabei bewegliche Druckstempel aus Keramik zum Einsatz. Der Erfinder des modernen Buchdrucks ist der Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg, der Mitte des 15. Jahrhunderts eine maschinell betriebene Druckerpresse mit beweglichen Lettern aus Metall entwickelte. Gutenbergs Verfahren revolutionierte den Buchdruck und machte Bücher zu Massenartikeln.

5. Die Dampfmaschine

Bereits im Jahr 1698 ließ der Engländer Thomas Savery eine Dampfpumpe patentieren, die im Bergbau verwendet wurde. 1712 konstruierten Thomas Newcomen und John Cawley eine „Feuermaschine“ genannte Kolben-Dampfmaschine, die Kohlegruben entwässerte – aber nicht wirklich effektiv war. Der Durchbruch gelang 1765 dem Schotten James Watt, der durch die Verwendung von Kondensatoren die Dampfmaschine erst wirklich wirtschaftlich machte.

6. Die Fotografie

Das Urprinzip der Kamera war schon seit dem 4. Jahrhundert vor Christus bekannt. Man benötigt einen dunklen Raum mit einem möglichst kleinen Loch in der Wand. Das einfallende Licht dieser als „Camera obscura“ berühmt gewordenen Konstruktion wirft ein auf dem Kopf stehendes Bild dessen an die Wand, das sich vor dem Loch befindet. Der Franzose Joseph Nicéphore Niépce war der erste, der das an die Wand eines kleinen Kastens geworfene Bild dauerhaft festhalten konnte. Er nahm 1826 das wahrscheinlich erste lichtbeständige Foto überhaupt auf einer Zinnplatte auf, die Belichtungszeit betrug acht Stunden. Sein Landsmann Louis Daguerre konnte die Belichtungsdauer auf wenige Minuten verkürzen, in dem er Jodsilberplatten verwendete und mit Quecksilber bedampfte. Bereits 1889 kam dann der erste Kodak-Fotoapparat mit Rollfilm auf den Markt.

7. Die Jeans

Als Geburtsjahr der Jeans gilt das Jahr 1872. Der aus Deutschland in die USA emigrierte Großhändler Levi Strauss präsentierte die ersten Arbeitshosen, die aus Baumwolle fertigt und bei denen die Nähte mit Nieten verstärkt waren. Zuvor wurden die Hosen aus Hanf gefertigt. Die Idee zur Jeans stammte von dem Schneider Jacob Davis, dem aber die finanziellen Mittel fehlten, ein Patent anzumelden. Die Bezeichnung „Blue Jeans“ kam in den 1920er Jahren auf. In den 1950ern wurde die Jeans zum Symbols des Protests Jugendlicher gegen Elternhaus, Staat und Kirche.

8. Der Computer

Der früheste Vorgänger des Computers ist der Abakus, die erste mechanische Rechenhilfe der Welt. Der erste Computer der Neuzeit war die 1623 von Wilhelm Schickard entwickelte, zahnradbetriebene „Vier Spezies“-Maschine. 1703 erfand Gottfried Wilhelm Leibnitz das Dualsystem und schuf damit die Grundlage für digitale Rechenmaschinen. Als erster funktionsfähiger Computer überhaupt gilt der „Z3“, die der deutsche Ingenieur Konrad Zuse 1941 entwickelte. Den endgültigen Siegeszug der Computer läutete 1981 der von IBM vorgestellte „Personal Computer“ ein.

9. Die Antibabypille

Die Pille, wie sie umgangssprachlich genannt wird, hat das 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt. Sie ermöglichte es Frauen, ihre Sexualität auszuleben, ohne ständig von einer Schwangerschaft bedroht zu sein. Als Vater der Pille gilt der Innsbrucker Biologe Ludwig Haberlandt. Er kam als erster auf den Gedanken, weibliche Hormone zur Verhütung zu nutzen, nahm sich aber 1932 das Leben. Drei US-Chemiker griffen seine Ideen wieder auf. Es gelang ihnen, einen Abkömmling des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron synthetisch herzustellen – die Geburtsstunde der Pille. Sie wurde zunächst als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden angeboten, am 18. August 1960 kam sie als offizielles Verhütungsmittel auf den US-Markt. In Deutschland fiel der Startschuss am 1. Juni 1961.

10. Das Internet

Vorgänger des Internets war das Arpanet, ein 1969 gestarteter Verbund von Großrechnern von Universitäten und Forschungseinrichtungen. Der Begründer des heutigen Word Wide Webs ist der US-Physiker Tim Berners-Lee, der grundlegende Techniken wie die Programmiersprache HTML, das Übertragungsprotokoll HTTP, die URL und den ersten Browser erfand. Heute nutzen knapp drei Milliarden Menschen des Internet, die Zahl der Webseiten liegt bei über einer Milliarde.

Foto: thingamajiggs – Fotolia

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